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Geschichtsblätter des Kreises Coesfeld 2022
334 Seiten, 12 € zzgl. Versand - Erscheint Januar 2023

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Inhalt:

  • Hendrik Lange: Die Schlacht von Varlar – 18. Juni 1454. 47. Jg, S. 1
    Am 18. Juni 1454 wurde auf der Heide zwischen Coesfeld und Varlar eine der blutigsten Schlachten des Mittelalters im westdeutschen Raum geschlagen. Tausende Männer – neben Münsteraner Bürgern, Söldnern und zahlreichen Adeligen gleich drei Bischöfe, darunter sogar der Kürfürst und Erzbischof von Köln – trafen unweit des Klosters Varlar (dem heutigen Schloss Varlar) aufeinander. Die Schlacht von Varlar bildete den militärischen Höhepunkt der Münsterischen Stiftsfehde (1450–1457), die die ganze Region in Mitleidenschaft zog.
    In diesem Aufsatz geht es um die Schlacht, sowie ihre lokale und regionale Rezeptionsgeschichte.
  • Norbert Damberg: Zinngießerei in Coesfeld. Das Beispiel Dominico Vitali Lorino (um 1705 bis 18. Februar 1767). 47. Jg, S. 35
  • Peter Ilisch: Städtische laufende Boten in der Vormoderne. 47. Jg, S. 53
  • Stefan Sudmann: Kreis-Physikus Dr. Franz Wesener und das Dülmener Problem der „Arzneien für arme Kranke“ in den 1820er Jahren. 47. Jg, S. 65
    Die Behandlung von Kranken kostet Geld – auch heute ein Thema für den Staat und die Krankenversicherungen. Vor zwei Jahrhunderten stellte sich das Problem auch in Dülmen: Die Armenkommission verfügte zwar über Geldmittel zur medizinischen Behandlung finanzschwacher Personen, doch waren diese Mittel begrenzt. Aus Sicht des Vorstands der Armenkommission lag das Problem dabei bei dem hiesigen Arzt, dem durch Anna Katharina Emmerick bekannt gewordenen Kreisphysikus Dr. Wesener. Dieser war offensichtlich sehr großzügig im Verschreiben von Medikamenten für Kranke ohne eigene Geldmittel, was den Armenfonds ziemlich strapazierte. Der Landrat war sich mit dem Dülmener Pfarrdechanten einig, dass die christliche Caritas es zwar gebiete, arme Kranke zu unterstützen, man aber angesichts der eingeschränkten Mittel des Armenfonds das Gebot der Sparsamkeit nicht vergessen dürfe. Dieser Zwiespalt führte schließlich zu einem nicht immer harmonischen Schriftverkehr zwischen Armenkommission und Arzt, der über die Kosten der von ihm verschriebenen Medikamente Rechenschaft ablegen musste.

  • Christian Schulze Pellengahr: Johann Caspar Anton Bisping, Mitglied des Ersten Westfälischen Landtages für die Kreise Coesfeld und Steinfurt und sein Biedermeierbildnis aus dem Jahre 1827. 47. Jg, S. 81
  • Norbert Damberg: Die Bildung von Synagogenbezirken in den Kreisen Coesfeld und Lüdinghausen um 1850. 47. Jg, S. 95
  • Hans-Peter Boer: Fritz „Longinus“ Westhoff, der „Führer durch das Münsterland“ und die Gründung des Baumberge-Vereins 1896 – Aus den Anfängen der Heimat- und Wanderbewegung in Westfalen –. 47. Jg, S. 123
  • Johannes Leushacke: Als das Auto nach Olfen kam. Zu den Anfängen des Kraftfahrzeugverkehrs im ländlichen Raum 1900 bis 1930. 47. Jg, S. 157
  • Michael Kertelge: Und ich dachte, das käm nie raus! Der Umgang des Bistums Münster mit Betroffenen und dem Täter, Pfarrer Theo Wehren (1931–2011). Eine typische Skandalgeschichte eines vorbestraften Sexualstraftäters und beliebten Pastors. 47. Jg, S. 217

Hinweise und Funde

  • Peter Ilisch: Die Aufnahme neuer Bürger in Coesfeld 1735–1765. 47. Jg, S. 241
  • Peter Ilisch: Tod eines Reisenden in Buldern 1804. 47. Jg, S. 253
  • Egon Zimmermann: Kulturkampf in Herbern. 47. Jg, S. 257
  • Bibliographische Hinweise zur Geschichte im Kreis Coesfeld, Neuerscheinungen. 47. Jg.      S. 268
  • Anne Grütters: Chronik des Kreises Coesfeld 2021/2022. 47. Jg, S. 271

GKC 2021

Geschichtsblätter des Kreises Coesfeld 2021
368 Seiten, 12 € zzgl. Versand

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Inhalt: 

Beiträge zum jüdischen Leben im Bereich des heutigen Kreises Coesfeld
  • Peter Ilisch: Juden im Coesfeld des 18. Jahrhunderts. 46. Jg. 2021, S. 1.
    Christoph Bernhard von Galen holte einen „Hofjuden“ nach Coesfeld, dessen Familie den Kern einer „Judenschaft“ bildete, die bis Mitte des 18.Jh. auf acht Familien anstieg. Zu diesen werden die verstreuten Quellen aus unterschiedlichen Archivbeständen zusammengetragen. Wahrscheinlich ist, dass eine Synagoge schon im 17.Jh. bestanden hat, ein Begräbnisplatz seit 1678. In wirtschaftlicher Hinsicht waren die Familien sehr unterschiedlich, während diejenige  der Sprecher der Gemeinschaft von erfolgreicher Kaufmannschaft mit weitreichenden Beziehungen lebten, wobei mehrere Geschäftsfelder verbunden wurden, hielten sich anderen nur knapp über Wasser.  Um 1700  mussten sich die Coesfelder Juden mit Angriffen aus dem Kreise der örtlichen Krämer sowie von einzelnen Geistlichen auseinandersetzen, doch verbesserte sich die Lage relativ im Laufe der Zeit. Lediglich die Konkurrenz zur Fleischhauergilde blieb bestehen, deren Einfluss aber beschränkt war. Im Nachbarschaftswesen wurden Juden schon zu Beginn des Jahrhunderts als regelmäßige Gäste beim Nachbarzech verzeichnet. Der Mehrheit der Familien gelang auch der Erwerb eines eigenen Hauses an Straßen, an denen auch andere Kaufleute wohnten. Beziehungen in Richtung Amsterdam sind ebenso fassbar wie solche nach Ostwestfalen.
  • Stefan Sudmann: Das Dülmener „Protokollbuch betr. Familiennamen der Juden“ von 1813. Ein Blick in die Geschichte jüdischer Familien in Dülmen vom 17. Jahrhundert bis zum Ende der Gemeinde. 46. Jg. 2021, S. 59.
    Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Dülmen ist bereits gut erforscht, jedoch weniger die einzelnen jüdischen Familien. Das „Protokollbuch betr. Familiennamen der Juden“ von 1813 ist das erste Dokument, das einen detaillierteren Blick auf die einzelnen Mitglieder der seit dem 16. Jahrhundert in Dülmen belegten jüdischen Gemeinde bietet. Ausgehend davon wird ein Blick zurück auf die Geschichte der einzelnen jüdischen Familien in Dülmen vom 17. Jahrhundert bis zum Ende der Gemeinde geworfen, wobei besonders das Hineinwachsen in die Stadtgesellschaft nach den rechtlichen Veränderungen der napoleonischen Zeit untersucht wird.
  • Johannes Leushacke: Orte jüdischen Lebens in Kleinstädten – Das Beispiel Olfen: Friedhof, Synagoge, Marktplatz. 46. Jg. 2021, S. 109.
    Wer heute durch die Stadt Olfen spaziert, muss sehr genau hinsehen, um die Spuren des einst reichen jüdischen Lebens in dieser münsterländer Kleinstadt zu erkennen. Aber es gibt sie noch, Orte und Gebäude, die an die Olfener Jüdinnen und Juden erinnern, die den Ort über vier Jahrhunderte entscheidend mitprägten.Der erste gesicherte Nachweis jüdischen Lebens in Olfen stammt aus dem Jahr 1568. Sind für das 17. Jahrhundert nur vereinzelt jüdische Familien in Olfen nachweisbar, haben sie seit 1720 auf Dauer in Olfen gelebt. Olfen wurde, zusammen mit Werne, zu einem Ort, indem sich das jüdische Leben im späteren Kreis Coesfeld konzentrierte. 1816 war jeder 20. Einwohner Olfens Jude, eine Minderheit also, die auch im Alltag der Kleinstadt Olfen eine Rolle gespielt haben dürfte. Seit Ende des 19. Jahrhunderts zogen dann aber viele jüdische Familien in andere Orte, vor allem in größere Städte. Die letzte jüdische Familie verließ Olfen um das Jahr 1928.Der jüdische Friedhof, die Synagoge und der Marktplatz waren dabei Orte, an denen sich das jüdische Leben in Olfen kristallisierte und besonders sichtbar war und ist. Der Geschichte dieser, heute noch im Stadtbild sichtbaren Orte jüdischen Lebens soll in diesem Beitrag nachgegangen werden. Zudem wird ein Blick auf das Schicksal Olfener Jüdinnen und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus geworfen und auf die Orte, die heute an sie erinnern.
  • Hendrik Lange: Die Darstellung der Juden in der christlichen Kunst. Zwischen Antijudaismus, Vereinnahmung und Wertschätzung. Ein regionaler Streifzug vom Hochmittelalter bis in die Gegenwart. 46. Jg. 2021, S. 163.
    In dem reich illustrierten Beitrag beschäftigt sich der Theologe und Historiker mit sakralen Kunstwerken, die immer noch in den Kirchen sichtbar sind. Der regionale Streifzug umfasst neben den Orten des Kreises Coesfeld auch die Bischofsstadt Münster und das westliche Münsterland, dem heutigen Kreis Borken. 
    Das wechselhafte Verhältnis zwischen Christen und Juden wird auch in der Kunst sichtbar. So werden neben problematischen antijüdischen Darstellungen, auch christliche Werke vorgestellt, die Elemente der jüdischen Kultur wertschätzen. Die Übersicht über die Kunstwerke in den Kirchen im Kreis Coesfeld lädt dazu ein, die besprochenen Werke im Original zu betrachten.
  • Stefan Sudmann: „… die in der Gemeinde vorhandenen Irren“. Ein Blick in eine Dülmener Akte über ‘Geisteskranke’ und ‘Wahnsinnige’ aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 46. Jg. 2021, S. 189.
    In den 1820er Jahren wurde bei der Stadtverwaltung erstmals eine eigene Akte über „die in der Gemeinde vorhandenen Irren“ angelegt. Anhand der ersten dort behandelten Fälle wird der damalige Umgang mit diesen Personen analysiert. Dabei zeigt sich, dass zu dieser Zeit bereits ein differenzierter Umgang mit der Thematik gepflegt wurde, der die Fälle nach dem Aspekt der Gefahr für die öffentliche Sicherheit unterschiedlich bewertete und auch nicht auf das bloße Abschieben in eine Anstalt abzielte, sondern die Möglichkeit der Heilung und der Rückkehr in die Familie vorsah.
  • Johannes Leushacke: Kriegerdenkmäler, Ehren- und Mahnmale in Olfen seit 1876. 46. Jg. 2021, S. 199.
    Millionen Menschen vielen in Europa und weltweit Kriegen zum Opfer, insbesondere den beiden großen Weltkriegen. Auch mehrere hundert Olfener starben in diesen Kriegen. Noch heute, mehr als 100 Jahre nach Ende des Ersten und über 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern an vielen Orten, so auch in Olfen, Kriegerdenkmäler, Ehren- und Mahnmahle an das Schicksal dieser Menschen.Solange die Heere der kriegsführenden Parteien allerdings noch vor allem aus Söldnern bestanden, machte man sich jedoch kaum Gedanken um eine würdevolle Beisetzung der Gefallenen oder um ihre Ehrung durch Denkmale. Erst als im Zuge der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege auch in vielen deutschen Staaten Volksheere an der Stelle von Söldnerheeren in den Schlachten eigesetzt wurden, änderte sich diese Einstellung.Gedenkstätten und Ehrenmale, wie sie seit 1813 regelmäßig für Gefallene errichtet wurden, spiegeln das öffentlich vorherrschende Geschichtsbewusstsein ihrer Zeit. Sie dienten und dienen zahlreichen unterschiedlichen Zwecken und Funktionen und unterliegen einem stetigen Wandel. Diesen Funktionswandel will der Beitrag anhand der in Olfen seit 1876 errichteten Kriegerdenkmäler, Ehren- und Mahnmale nachzeichnen und dabei auch einen Blick auf das jeweils vorherrschende Geschichtsbewusstsein werfen.
  • Julia Paulus: 125 Jahre „(St.) Antonius-Schule/Gymnasium (in) Lüdinghausen“. 46. Jg. 2021, S. 249.
    Anlässlich des 125jährigen Jubiläums des ,St. Antonius-Gymnasiums Lüdinghausen' und vor dem Hintergrund der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhundert wirft dieser Beitrag einige Schlaglichter auf wesentliche Eckpfeiler der Entwicklung dieser Schule als  - sowohl konfessionell wie auch (über-)regional - bedeutende Bildungsinstitution.

Hinweise und Funde
  • Peter Ilisch: Der Droste-Vischeringsche Hof in Coesfeld. 46. Jg. 2021, S. 289.

  • Hendrik Lange: Bezahlte Gebete für die Gesundheit – ein Fall für den Stadtrat von Coesfeld aus dem Jahr 1752. 46. Jg. 2021, S. 299.
    In dem interessanten Grenzfall zwischen offizieller Theologie und Volksglauben im 18. Jahrhundert wird sichtbar, dass die Bandbreite der Tätigkeiten des Coesfelder Stadtrates damals viel breiter war als heute. Zugleich zeigt die Quelle, dass sich nicht alle Bevölkerungsschichten eine angemessene medizinische Versorgung finanziell leisten konnten. Gerade die einfache Bevölkerung sprach den Klerikern die Macht zu, Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen zu können. 
  • Bibliographische Hinweise zur Geschichte im Kreis Coesfeld,
  • Neuerscheinungen. 46. Jg. 2021, S. 303.
  • Anne Grütters: Chronik des Kreises Coesfeld 2020/2021. 46. Jg. 2021, S. 305.
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GKC Tiltel 2020
Geschichtsblätter des Kreises Coesfeld 2020
342 Seiten, 12 € zzgl. Versand

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Inhalt: 
  • Dick Schlüter: Neandertalerfunde und fossiler Milchstoßzahn eines Mammuts aus Flamschen bei Coesfeld. 45. Jg. 2020. S. 1.
  • Christian Schulze Pellengahr: Das Daruper Altarbild – ein wichtiges Zeugnis früher Tafelmalerei in Westfalen entstand vor 600 Jahren. 45. Jg. 2020. S. 21.
  • Peter Ilisch: Das Dorf Nottuln in Mittelalter und früher Neuzeit. 45. Jg. 2020. S. 35.
    Gegenstand der Untersuchung ist weniger das Damenstift als vielmehr das daran angeschlossene weiträumige Dorf im Hinblick auf seine Siedlungsgenese und Wirtschaftsstruktur (besonders die Wirtschaften, Schmieden und Zimmerleute). Behandelt wird auch die Ortsherrschaft der Stiftsdamen wie auch der Kirchhof mit seinen Speicherbauten.
  • Peter Ilisch: Die Pest 1666 im Kreis Coesfeld. 45. Jg. 2020. S. 89.
    Die 1665/66 in England und den Niederlanden ausgebrochene verheerende Pest erreichte infolge des münsterisch-niederländischen Krieges auch das Fürstbistum Münster und hier noch vor der Stadt Münster die Garnisonsstadt Coesfeld. Untersucht werden die landesherrlichen zur Eingrenzung (Quarantäne) und Versorgung der Infizierten wie auch die Auswirkungen auf die Nachbarschaft.
  • Peter Ilisch: Darfeld und der tridentinische Katholizismus im 17. Jahrhundert. 45. Jg. 2020. S. 107.
    Darfeld und der tridentinische Katholizismus im 17. Jahrhundert Nachdem lutherische Vorstellungen einen gewissen Einfluss erlangt hatten strebte ein neu ausgebildeter katholischer Pfarrklerus danach die Vorstellungen des Konzils von Trient örtlich umzusetzen. Dies wird am Beispiel des Dorfs Darfeld untersucht. Es betraf stark das visualisierte im Inneren der Kirche (besondes Altaraufbauten, vasa sacra, Gewänder), wurde aber durch die beschränkten finanziellen Möglichkeiten begrenzt.
  • Johannes Leushacke: Daß der dortige Friedhof zu unzweckmäßig und klein ist, als das er länger zum Begräbnisplatz dienen könnte. – Geschichte des ersten Olfener Kommunalfriedhofs 1818 bis 1965. 45. Jg. 2020. S. 121.
    Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es in vielen Orten Deutschlands zu Friedhofsverlegungen. Die häufig seit Jahrhunderten an den Kirchen befindlichen Friedhöfen galten nicht mehr als zeitgemäß. Auf Grundlage einer Initiative der preußischen Regierung und unter Aufsicht des Landrats wurden im Jahr 1818 auch in Olfen Planungen für einen neuen Friedhof aufgenommen. Der Beitrag geht der Entwicklung dieses ersten Olfener Kommunalfriedhofs nach und fragt auch nach dem Einfluss der katholischen Kirche, die zuvor über Jahrhunderte das Begräbniswesen bestimmt hatte. Behandelt werden auch spezielle Olfener Bestattungsbräuche, die Professionalisierung des Bestattungswesens sowie die Gestaltung und Erweiterungen bis zur Entwidmung 1964.
  • Johannes Leushacke: Kriegsgräber in Olfen seit den Einigungskriegen. 45. Jg. 2020. S. 171.
    Der Beitrag fragt nach den Anfängen eines ehrenhaften Begräbnisses für gefallene Soldaten und behandelt die Bestattungen von Kriegsopfern aus Olfen und in Olfen von 1870/71 sowie aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Behandelt werden auch die Gräber in Olfen-Eversum. Hier wurden nach den Wirren des Kapp-Lüttwitz-Putsch und in Zusammenhang mit einer kurzzeitigen Besetzung Olfens durch Mitglieder der sogenannten Roten Ruhrarmee im März 1920 einige Kämpfer erschossen und direkt begraben.
  • Stefan Sudmann: Schusswunden, Ruhr und Rheumatismus: Die verwundeten und kranken Soldaten des Dülmener Lazaretts im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. 45. Jg. 2020. S. 191.
    Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurden im Dülmener Lazarett verwundete und kranke Soldaten behandelt. Während in den ersten Kriegswochen nur verwundete Soldaten in das Dülmener Lazarett versorgt wurden, waren es im weiteren Verlauf des Krieges in erster Linie Soldaten aus dem Münsterland mit Infektionskrankheiten. Diese hatten sich vor allem mit der Ruhr infiziert, während sich für die sonst im preußischen Heer sehr viel häufigeren Typhus-Erkrankungen nur sehr wenige Fälle finden.
  • Michael Kertelge: Zwangssterilisationen im ehemaligen Landkreis Lüdinghausen und die Umsetzung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ im Altkreis Lüdinghausen 1933–2007. 45. Jg. 2020. S. 199.
    In diesem Aufsatz informiert der Autor über die Umsetzung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ im Altkreis Lüdinghausen. Von den 571 angestrengten Fällen wurden 371 Männer und Frauen zwangssterilisiert. Im Aufsatz wird die Entstehung des Gesetzes (*1933) beleuchtet, die Zusammensetzung der Erbgesundheitsgerichte beschrieben und die Praxis der Verfahren sowie statistische Informationen zur Verteilung nach Diagnosen, sozialer Herkunft, Inzestfällen und Aufteilung auf die Orte im Kreisgebiert geschildert. Darüber hinaus berichtet der Verfasser über die Entstehung und Praxis des Gesundheitsamtes und seinen Leiter, Kreismedizinalrat Dr. Wilhelm Appelmann. Abschließend schildert der Autor die kaum stattgefundene Praxis von Wiedergutmachungsversuchen und zieht ein Fazit zum Thema Politische Biologie in Deutschland. 
Hinweise und Funde:
  • Christoph Grünewald: Karolingische Krieger in Lüdinghausen? 45. Jg. 2020. S. 273.
    Vor einigen Jahren wurde in Lüdinghausen-Ermen ein Bronzegegenstand gefunden, dessen Deutung zunächst Schwierigkeiten bereitete. Der gebogene Beschlag ist mit Kreisaugen verziert und war ursprünglich mit Nieten auf Leder befestigt. Auf Grund von Vergleichsstücken aus ganz Europa konnte das Objekt als Beschlag eines Schwertgurts aus der Karolingerzeit (spätes 8. bis 9. Jahrhundert) identifiziert werden. Besitzer muss mein bewaffneter Krieger gewesen sein; ein Zusammenhang mit der nahegelegenen Burg Ermen (Beitrag P. Ilisch) lässt sich aber nicht beweisen.
  • Peter Ilisch: Das Haus Ermen im Kirchspiel Lüdinghausen. 45. Jg. 2020. S. 277.
    Das Haus Ermen im Kirchspiel Lüdinghausen Zum Gründungsbesitz des Kollegiatstifts Alter Dom in Münster gehörte die curtis Ermen im Kirchspiel Lüdinghausen. Deren genaue Lage war bisher unbekannt. Die Inhaber entfremdeten sukzessive den Komplex seinen eigentlichen Eigentümern, die im 16.Jahrhundert auch nicht mehr genaues wussten, und verlegten ihren Wohnsitz auf das Haus Ahlrodt in der Nachbarschaft, während die zur kleinen Burg ausgebaute alte Hofstelle wüst fiel und in Vergessenheit geriet.
  • Hendrik Lange: Kriegsende, Aufbau, Neubeginn und Wirtschaftswunder – Neue Unterrichtsmaterialien. 45. Jg. 2020. S. 287.
  • Bibliographische Hinweise zur Geschichte im Kreis Coesfeld, Neuerscheinungen . 45. Jg. 2020. S. 293.
  • Anne Grütters: Chronik des Kreises Coesfeld 2019/2020. 45. Jg. 2020. S. 295.


Ulla Wolanewitz: Sie sprechen aber gut DeutschZugegeben: Der Titel „Sie sprechen aber gut Deutsch“ ist ein wenig provokant. Beinhaltet diese Aussage doch das Vorurteil, dass bei Menschen mit nicht regional-typischer Hautfarbe oder etwas anderem Aussehen oft nicht davon ausgegangen wird, dass sie die deutsche Sprache gut beherrschen. Die Idee zu diesem Titel entwickelte sich in der Interviewphase. Eine 32-jährige Protagonistin, die in Deutschland geboren wurde und deren Eltern aus Sri Lanka stammen, erzählte, dass sie diesen Satz immer mal wieder zu hören bekommt. Unglaublich, mag man meinen. Aber Hand aufs Herz: Wem ist dieser Satz nicht schon mal selbst über die Lippen gekommen? Mir ist es selbst passiert, dass ich beim Warten in einer Arztpraxis das Gespräch mit einer jungen, Kopftuch tragenden Frau mit der Frage „Sprechen Sie Deutsch?“ begonnen habe. Kaum ausgesprochen, folgte das schlechte Gewissen und das Gefühl, knöcheltief im Fettnäpfchen zu stehen. Denn: Sie sprach erstklassig Deutsch, weil sie schon seit 20 Jahren hier lebte. Andererseits habe ich in Bezug auf meinen Familiennamen des Öfteren die Frage „Vatter war kein hiesiger, oder?“ zu hören bekommen. Letztendlich kann es nicht darum gehen, ob diese Fragen richtig oder falsch, gut oder schlecht sind. Wichtig ist doch vielmehr, dass man miteinander in Kontakt kommt, sich füreinander  interessiert, sich austauscht und sich zuhört. Ein respektvoller Austausch der Kulturen kann für eine Gesellschaft nur eine Bereicherung sein. Preis: 18,90 €ISBN 978-3-9820094-0-7Erhältlich über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  oder im örtlichen Buchhandel.
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URKUNDEN UND REGESTEN DES PRÄMONSTRATENSERSTIFTES VARLAR (1118–1782)
Bearbeitet von WERNER FRESE
Damit wird eine jahrelange Grundlagenforschungsarbeit endlich einer breiten Öffentlichkeit und insbesondere weiterer wissenschaftlicher Forschungen zugänglich. Das Urkundenbuch des im Mittelalter und früher Neuzeit bedeutenden Prämonstratenserklosters Varlar führt 627 Urkunden auf, mit Regesten, Originaltranskriptionen und Übersetzungen. Gleichzeitig wird der aktuelle Stand der Veröffentlichung jeder einzelnen Urkunde erfasst.Der rund 100 Seiten umfassende Index bietet tausende von Einträgen für historisch Interessierte und vor allem auch für Genealogen eine sehr große Quelle als Schlüssel zu weiteren Forschungen. Viele Familiennamen im Großraum Coesfeld finden sich hier verzeichnet.652 Seiten mit Abbildungen
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