De Schoolraot

Heinrich Füser, Piäppernüette, Verlag Aschendorff, Münster 1977

Äs´m met eene niee D-Mark för hunnert Pennige wat kaupen konn, dao gaff et noch mähr Piär äs Trecker un mähr Stüörtkaoren äs Volkswagen. De Denstautos wassen so raor äs Vijölkes up Sünte-Klaos-Aobend. Sölwst de höggeren Beamten freieden sick, wenn se met en Motorrad up Revision föhren konnen.

Daomaols haren se in Klippstadt en nieen Schoolraot krieggen. De was en netten Mann. Äs he dat iärste Maol nao Leigenduorp quamm, was et noch fröh an´n Dag. Siälenvergnögt töffkede de Häer met sienen Pättkesschnüwer up dat Düörpken an. He was büs an´n Goldbrink kuemen, dao bleef dat Dingen staohen.

De Schoolraot was swaorens en gelährten Mensken, män von de Technik, dao har he nich viell Vernüll von. Siene Böker, jau, de kennde he von binnen utwennig, aower sien Moped, dat kennde he män von buten. Nu stonn he dao. Wiet un siet was kin Mensk to seihen. Alleen de Aol-Wiewer-Summer löchte düör Hieggen un Hagen. Aower de konn auk nich helpen. Et bleef nicks anners üöwer, de Schoolraot moss sick sölwst an de Reparatur giewwen. Aower et woll nich batten. Äs he sick en tietlank daomet afquiält har, quamm der so´nen Bucksenbennatz anstaffket. De Kleine har en Tornöster up´n Puckel un sien Teihn-Ührken-Buottram tüsken de Tiähne.

„Wies äs hier“, sagg he un namm den Schoolraot de Rehschopp ut de Hand, trock den Vergaser an, namm de Zündkärße harut, mock se propper un et was män en Augenslag, dao laip dat Motörken wier.

De Schoolraot kloppede dat Bennätzken fröndlick up de Schullern un sagg: „Du bist aber ein geschickter Junge. Sicher wirst du noch einmal ein tüchtiger Meister. Hier hast du als Anerkennung eine Mark. Nun laufe aber schnell, sonst kommst du noch zu spät in die Schule.“

De Jung fonk an to gneesen un gaff to Antwort: „Dao kueme ick jüst henn. De Magister hät mi nao Huse schickt. He sagg: „Schiär di weg, du Däöskopp! Glieks kümp de niee Schoolraot, un du blameerst mi de ganze Klasse!“

Jä, so is dat faken in´t Liäwen. Man mott nich jüst en Gelährten sein, üm siene Kaßmännkes to verdeinen, aower de Gelährten döht et auk kinen Schaden, wann se met Hammer un Knieptang ümgaohn könnt.


Den rieken Mann

Bernhard Holtmann

De Lährer holl met de Kleinsten Anschauungsunterricht. An de Wand hong en Beld, wat´t Fröhjaohr daorstellde. Dao was ´ne gröne Wiesk met Blomen; up´t Feld was en Buer an´t plögen; en Scheiper trock met sine Schäöpkes un sinen Rüen nao de Wie. Up de Landstraot föhrde en fienen Kutskwagen, twee flinke Piädkes de vör, in den Wagen satt en fienen Här. Wiet weg saog man en schön Hus, baol es ´n Sloß.

De Kährer erklärde de Kinner alls un sag auk, dat den fienen Härn, de in den Kutskwagen satt, alls, wat se dao saogen: den fienen Wagen met de Piädkes, de Schäöpkes, die Wiesken, dat Land un auk dat schöne Hus, taohäörde, dat dat en rieken Mann wäör.

Nu sag he to de Kinner, se söllen em es seggen, wat se wull am leiwsten van dat, wat up dat Beld stonn, hewwen wullen.

Dao göngen de Fingerkes in de Höcht. De Jungs wullen de Piädkes, den Wagen of den Rüen hewwen, un de Wichterkes en Schäöpken, of de Blomen, eenige sogar dat fiene Hus. Es kin Fingerken mähr kamm, nam de Lährer dat Beld, rullde et up, un wull´t in´t Schapp setten, dao wiest dat kleine Mariechen in de ächterste Bank nao ganz ielig up.

„Na, Mariechen“, sag de Lährer, „was willst du denn noch?“

„Ik wull gän den rieken Mann!“ piepte Mariechen harut.


De guette Iärftensuppe

münsterländisch, aus „Kleine Bettlektüre för Lüde ut Westfaolen“, Scherz-Verlag (1980 ca.)

Äs Jans Wittkopp sine iärste Frau stuorben was, dao is he nich lange Wittmann bliewen. Dat Truerjohr was iäben um, dao hät he sick all ´ne nie Frau int Hus haalt. Se gaff sick redlick Möhe, alls so in Stand to hollen, äs dat bi de iärste Frau west was. Dat is jä alltiet de  Hauptsake un gar nich so licht. Aower wat se nu auk dei, Jans har üöwerall wat to quengeln, ganz besonners middags, wenn dat Iätten up´n Disk kamm.

Wittkopps Jans sin Liefgericht was nu maol Iärftensuppe – alle drei, veer Dage Iärftensupe. Un sine Frau hät se em auk kuokt, aower allemaol har he wat dran uttosetten. Un antlest sagg he een äs´t annere Maol: „Nä, mine Siälge hät de Iärftensuppe biätter kuokt. Ick weet nich, de hät dao wat dran daon, dat gaff iärst den richtigen Gesmack. Dat hier, dao is kin Solt un kin Smolt dran!“

De arme Frau probeerde nu düt un dat, wat an Krut män in´t Gaoren stonn un wat et bi´n Kräömer tao kaupen giff. Aower nicks! Wenn he sine Iärftensuppe kreeg, denn trock he allemaol ´n Gesicht, äs wenn he´n Kinnerpapp iätten möß.

Eenes guetten Dages aower kamm dat Mallör, dao har se – wat jä wull maol vörkuemen kann -, dao har se de Iärftensuppe anbrennen laoten. Un se jammerde vör sick hen: „Nu is et passeert! Nu geiht de Welt unner!“

Middags kümp Jans nao Huse, sett sick an´n Disk un fäng an to lieppelen, un sine Frau sitt niäben em un kick em aff und to van de Siete an, un de Kneie biewert ehr vör Angst. Met eenmaol spring Jans up, äs wenn he unwies wuorden wäör, un he nimp sine Frau in de Arms un lacht un krijölt: „Endlicks! Endlicks! Endlicks häs du rutkriägen, wu mine siälge Frau de Iärftensuppe kuokt hät! Nu is de richtige Wüörte dran! Nu kanns du mintwiägen alle Dage Iärftensuppe kuoken!“


De fulen Schipers

münsterländisch

De Aolle Fritz was äs up de Jagd, dao sao he drei fule Schaipers up de Anweie liggen un passen up iähre Schaope. Dao raip he: „Guen Muorgen, ji Häern Schaipers! Ji doeht ju hier wull en gueden Dag an. Seggt äs, well von ju is dann de Fulste? – De sall von mi en Daler häbben!“ Daomet haoll he´n iähr all hen.

De erste Schaiper sprank up un greep nao den Daler un raip: “Ick sin de Fulste!” De Küenink sagg: „Nee, du büs´t nao nich!“ 

De twedde reckede sick up de Knei un sagg :  „Icke!“  Dao sagg de Küenink: „Nee, du auk nich!“

De diädde bleef liggen un mok´t Mul gar nich laoß. Dao sprank de Küenink von sein Piärd harunner un staott den diädden met´n Been an un sagg: „Nu segg mi, wat is dann met di?“

De Schaiper sagg: „Wat dücht di dann so von mi?“

De Küenink sagg: „Et schinnt mi wull, dat du de Fulste büs! – Dä, du saß den Daler häbben!“

Dao sagg de Schaiper: „Ick magg´n nich anniemmen; stopp´n mi in de Taske!“


De Hänn inne Task

von Aenne Fleischer, Werne

Weitkamps Henrich, so´n Prumenküötter ut Holthusen bi Wäen, is an´t Haien.

Up den Wegg nao seine Haiwiesk süht he  ´n wöest Slagglok. Henrich denkt: „Et is mi to geföerlik, met ´n Foer Hai dao düortoföeren. Dat könn mi wull ümstüorten. Un dann häw ik de duppelten Malästen.“

He weit sik to helpen:

Met ´ne Schuwkaor föert he Steenuort haran. He is daomet noa nich ganz anne nämlike Stier, dao rutschket öm de Schuwkaor af in´n Grawn.Alleen krigg he se nich wier drut.

He kik sik üm un süht den Landlöeper August Schmachtbühl dao ächtern hiärlaupen.

Wat har de all faken ´n Schinkenbuotterram örrer ´ne Telle Miälpapp bi Weitkamps kriegen!

August kümp up öm tau, de Hänn deip inne Task un den Haut in´n Nacken.

He is vergnögt un denkt so föer sik:

O wu schön is doch mien Liäwen

ohne Arbeit, ohne Geld.

Laot sik anne Lü män quiälen.

Ik kuem so guet düor de Welt.

Un dann fänk he an´t Flaiten, tofriäden un vegnöegt.

Henrich röpp öm inne Möet: „Gueden Dag, August! Wocht äs ´nen Augenslag! Mi is dao ´ne Schuwkaor met Steene affrutschket in´n Grawn. Kas wull iäben met anpacken, dat ik se wier drutkrieg? Wenn du vüor in´t Rad päcks, mögg dat goahn.“

August kümp nöege, kik un segg:  „Nee, Henrich, dat geiht nich. Ik kann met miene Hänn nich anpacken.“

Henrich wünnert sik: „Worüm dat dann nich, August? Häs wat anne Hänn?

„Nee, dat nich, Henrich. Öwer – kas dat dann nich sahn? Ik häw miene Hänn doch inne Task!“


De veer Jaohrestieden

Theodor Heimann, Capelle

In´n Fröhjaohr, wenn de erste Sunn

so sinnig inne Meddagsstunn,

Ies oppe Kuul fäng an te knacken,

de Dackrenn drüöpelt di in Nacken,

dann duert nich lang, et is sowiet,

et kümp de schöne Fröhjaohrstied.

De Kälfkes fangt in Stall an´t springen

un buten häörs´te Vüegel singen.

Jau, alles regt sick wiet und siet,

nu is se dao, de Fröhjaohrstied.

Dien Liäben hät auk ´ne Fröhjaohrstied,

dat is wull diene Kinnertied,

dao schlöpps du inne Meddaggsstunn,

so fast bis oppen daipen Grunn.

De Ruh dööt gued, sei is von Naut,

denn ohne Ruh wäs du nich  graut.

Is alls wat schlaip nu richtig wach,

dann häfft wi auk schon Summerdagg.

De Sunn schient nu in alle Ecken

un wät de Daag lück länger strecken.

Sei mäck us frauh un schient so prächtig,

wat langsam wäß, dat is auk deftig.

Et kümp et ganze Jaohr nich vüör,

de Lüe sitt´aobends vüör de Düör,

vertellt sick dann de niesten Saken,

von wieden häört man Füörschke quaken.

Et wäß un blaiht in Buschk un Feld,

ach Härguott, wu schön is diene Welt.

De Arbeit draffs nu nich vergiätten,

süß häs in Winter nicks de iätten.

Günn di auk Ruh, sei is von Naut,

denn in Sturm wäß auk kien Braut.

De Appel un Biärn sind nu nich mähr grön,

sei löcht all von wieden op alle Bööm.

De Blaar, sei wärd bunt un giäl,

Kartuffel liegt all op de Diäl,

dat jedderein wätt richtig satt,

kümp Kappes nu in´t Suermoosfatt.

De Krukrane treckt nu üöhre Bahn

bi´t Runkeltrecken flügg op een Fasan.

Dat Kaorn inne Schüer, we kann sick nich fraien,

de Buer is all wier an´t Roggen saien.

De erste Kauh krigg nu een Kälfken,

met de Naober drinks du dann een Hälfken.

Süh, alles wat du nu beliäwst,

dat is de schöne, gollne Hiärwest.

Wat gaiht die dat gued, du häß keine Naut,

in vetteihn Daag giff´t all Wuorstebraut.

Fiägt nu de kaolle Wind üm´t Hus,

schickt us de Winter den ersten Gruß

met Ies un Schnei müett wi nu riäken,

de leste Muus wätt sick verstiäken.

Wat könnt wi dao no Schlitten föhrn,

äs wi so kleine Kinner wüörn.

Kämm wi nao Hus in´t warme Stüöwken,

de Mama stuokt dat kleine Üöfken.

Sei mauk met uss nich viell Theater,

wi kreegen dann heit Suckerwater.

Jau, laot anne Siet de grauten Tön,

dat enfache Liäben is viell te schön.

Dann hätt man auk ut düsse Sicht

in Winterdagg ´ne masse Licht.

Dank ussen Hiärguott, de Natur is nich daut,

denn unnern Schnei wäß allwier Braut


De westfäölske Buer in´n Hiemel

Anton Aulke

Natz, en westfäölsken Buer, satt in´n Hiemel tüsken de annern Siälligen un was an´t Hallelujasingen. Dao göng up eenmaol de Hiemelsdör laos, un en annern westfäölsken Buer kamm harin. He har ´ne Schirmkipp up un Holsken an de Föt, smaikte sienen Düemel un holl sienen Plogstock nao in de Hand. Män äs he den schönen, grauten Hiemelssaal saog, we jüst frist bonert  was, wieldat hernocher de hilligen elwendusend Jungfrauen de hilligen Patriarchen un Propheten en´n Ball giebben wullen, dat de gelährten Lüh doch äs endlicks en biettken van iähre Böker wägkeimen – dao namm de Buer seine Kippe af, trock de Holsken ut, stellde se dicht bi de Dör un bekeek sick niepen dat Plätzken, wao se stönnen, jedenfalls, üm dat he se hernocher auk wierfinnen könn. Jau, Buern sind vörsichtig, un dat konn man in düssen Fall ganß gued begriepen, denn aohne Holsken könnt de Westfaolen nich liäben, un well weet, of man in´n Hiemel wecke maken laoten kann!

Van´n Hilligen, we Holskenmaker west is, hew ick nao nicks haort.

Äs de Buer sick dann nao alle Sieten ümkiecken har, kreeg he sick en Engelken bi de Flittken, wat dicht bi de Dör met annere Engelkes an´t Spiellen was, un fraogg dat wat. Dat Engelken wieste dann in de Richtunk, wao Natz an´t Hallelujasingen was, un de Buer kamm in Huosensöcken up em to. Natz holl de Hand üöwer de Augen un türde ne tietlang unner de Nückels wäg. Män dann sprung he in de Höcht, laip den nieen Hiemelsgast entieggen, pock em an de Hand un raip: „Marioben, Josep, wao kümmst du her? Bis du auk unnen afkratzt? Kumm, krieg di derdal – hier up dütt Sofa – dao sitt´t sick week.“

Josep dai dat, „Jau“, lachte he dann, „ick sin jüst hier ankuemen un hew mi faots nao di dörfraoggt;  weeß wull, wi sind jä so lang Frönde un Naobers west, dao was ick doch nieschierig, wu et die göng.“

„Ao, mi geiht´t düchtig gued“, sagg Natz, „wenn´m erst in´n Hiemel is, dann is´m ut de Kanunn. Män et is nich licht, harintekuemen. Wu gong di dat dann met Petrus?“

„Met Petrus?“ gnöchelde Josep, „Junge, Junge, dat was en sur Stück Arbeit. He wull mi partu de Hiemelsdör nich laosmaken. Ick wäör dao unnen en unverbiätterlicken Wilddeiw west, sagg he, un wull sick abslut nich üöwertügen laoten, dat Wilddeiwerie egentlicks gar kinne Sünn wäör. Antleßt, äs mien Bidden un Biäddeln mi garnicks helpen wull, dao fong ick up´n maol an te kraihen äs´n Hahn – un mienen leiwen Petrus holl sick beide Aohren to un suste achter sein Paorthus. Nu mok ick hännig de Hiemelsdör laos un kirrewitzkede harin, denn de Slüeddel stack in´t Slott.“

Dao moß Natz lachen. „Dat häs gued makt, Josep“, sagg he, „män wat dat Wilddeiwen angeiht, dat moß die nu verkniepen, dat giff´t hier nich.“

„Un wat giff´t denn hier buoben?“ fraogg Josep. „Wu is´t denn hier so in´n Hiemel?“

„O, hier is´t schön: kinn Tantpien un kinn Bukpien mähr, kinnen Iärger met Wief un Blagen, met Knecht un Magd, kinn Quiälen un Malochen mähr, dat´m de Penninge för de Stüern bineenkrigg. Un dann dat ganße Jaoh Summer, Dag för Dag schön Weer, un alltied Singen un Jubileeren vör ussen leiwen Härn ...“

Up eenmaol häörde Natz up te küren un trock de Niäs so wunnerlick in Krüsen.

„Marioken“, fraogg Josep, „wat is der laos, Natz, wat snupperst an mi harüm äs so´n Jagdrüen, un wat mäckst för´n bedröwt Gesicht?“

„Ao“, sagg Natz un lait en daipen Söcht laos, „du rückst so schön nao Piär un nao frist bruocken Land; dao dacht ick so in mienen Sinn, wu herrlick et wull sien mögg, wenn ick nao eemaol achtern Plog üöwer miene Kämp gaohn könn ...“

Düemel – kurz Pfeife, biettken – ein bißchen, faorts – sofort,

Flittken – Flügel, gnöchelde – lächelte, hännig – schnell/rasch,

hernocher – hernach/nachher, jüst –gerade/soeben, kirrewitzkede – sauste,

krieg di derdal – setze dich, küren – sprechen/reden, Naobers – Nachbarn,

niepen – genau, Nückels – Augenbrauen/auch Stirnfalten, Plogstock – Pflugstock,

smaikde – rauchte, Söcht – Seufzer, Tantpien – Zahnschmerzen,

türde – schaute/gezielt hinsehen, Weer – Wetter.


Drei Praohlbuxen

Bernard Walbaum

Up´m Duorpplatz stonn´n drei Schooljungs bieneen, se unnerhollen sick un gaffen daobi nutz an. De eene Jung har denn stärksten Pappa, de annere de gröttste Mama, un so gonk dat wieder.

Dao sagg den een´n:  „Wi häbbt´nen Pastor in de Famillig, wenn de äs bi us kümp, dann segg wi all Hochwürden.“

Dao segg denn annern:  „Dat is doch nix, wi häbbt ´nen Bishoff in de Famillig, de kümp jä selten bi us, obber wenn he kümp, dann segg wi alle Exellenz.“

„Dat ist gar nicks“, sagg denn naichsten, „wi häbbt´ne Oma, wenn de äs kümp, dann segg se bi us all - - - o Guott, - - - o Guott, - - - o Guott.“


Du büs nich wies

Bernhard Holtmann

Fränzken was en Küötersjungen,

Stur un stämmig es en Paol.

Nu gonk Fränzken siet vier Wiäken

Bi den Lährer in de Schol.

Arig was he, konn auk schriewen,

Blos he sag kin Stiärbenswaort.

Wat de Lährer auk probeerde,

Küern har he  `n nao nich haort.

Eeenes Dages kamm tom Besöken

In de Schol de Här Pastor,

Sag gued´n Muorgen un fraog de Lährer,

Wu et gonk met´t kleine Chor.

„Guet“, seeg de,  „blos ut den eenen

(Daobi wees up Fränsken he)

Is kin Waort heruttekriegen,

He segg weder A noch B.“

„Dann will ik dat es vesöken“,

Segg daorup de aolle Mann,

Satt sik up de Bank bi Fränzken,

Fonk dann lük te fraogen an:

„Staoh es up, min leiwe Junge!“

Fränzken deit´ up´n ersten Wink.

„Segg, wu hetst du? Segg, wao wuenst du?

Un din Moder? Segg`t es flink!

Kennst mi wull? – Kanns gar nich küeren?“

(Fränzken segg nich jau – nich nee. -)

„Geihs du gän hier in de Schole?

Segg mi es dat ABC!“

He konn fraogen üöwer fraogen,

Fränzken blew ganz still un stumm.

De aoll`Här putzt sine Brille,

Düt, dat was em doch te dumm.

Wocht, denkt he, dann makt wie`t  anners:

„Jüngsken“, segg he, „paß es up!

Pannkok, weet ik, äts du gäne,

Met lük Krut of Hannig drup.

Kümms du gliek nu ut de Schole,

Krieg din Moder faots de Pann,

Sett s´up`t Füer – Uolg wät schrompen,

Speck kümp drin, - paß up, - un dann?

Dann nimmp se `ne graute Schüettel,

Halt va`n Hof den Napp vull Sand,

Schütt`t den Sand all in de Panne,

Datt se vull is bes an`n Rand.

Is de Pannkok dann gebacken,

Segg din Moder? `Jung, nu iät!`

Hä, wu smeck dat doch so lecker,

Ik iät gän en Stücksken met.“

Wat mok Fränzken graute Augen,

Keek den Häröhm an lük mies,

Un so halw in`n Baort dao brummt he:

„Segg, ik gleiw, du büs nich wies!“


Du kanns so nüdlik leigen

Paul Hanskötter (Dülmener Zeitung 23.08.2002)

Et wass een herrliken Fröhjäohrsdagg. Well et sik iäben leisten konn, de wass buten. De Sunn geneiten wass ansäggt. Dat daih denn auk de junge Frau, well up een von de Bänk satt, well de Stadt upstellt hadde. Se hadde een Book niäben sik liggen, wao drup stonn: „Unsere Stadt in Text und Bild“. Se lass dao apat gar nich drin, se hadde, üm iähre Augen to schonen, een paar Gurkenschieben up de Augen liggen. Se moss waol een paar nette Gedanken häbben, se gnögelde nämlik so sinnig vüör sik henn.

Dat kreeg anschienend auk de junge Mann mett, well bedächtigen Tratts dao vüörbi kamm. Kuort entschluotten, apat ganz vüörsichtig sett´te he sik tiergen de junge Frau henn. De schruork trotzdiäm up.

Se namm de Gurkenschieben von de Augen, keek verwünnert de junge Mann an un sägg wull een biertken vewehrt: „Ik häww wull so´n biertken schlaopen, off..?“ Sägg de junge Mann: „Dat mott wull, un ih müert´t wull eenen schönen Draum hatt häbben. Ih gnöögeldet nämlik so still vüör uh henn. Ik wull apat gewiss nich stören“.  „Nee nee“, wehrde de junge Frau aww, „bliewt män driest sitten“.

De junge Mann wees up dat Book watt dao niäben iähr lagg: „Sind se früermd hier“? „Jau, ik häww noch een paar Dage Vakanz, un de wull ik hier wull geneiten!“

„Kenn ih usse schöne Städtken denn noh gar nich“?  „Nee“ giww se to. He kick se watt neiger an: “Sah ik uh miene schöne Heimat denn nich een biertken wiesen”? Aohne sik lang to bedenken sägg se to. He nu: „Dann doht dat Book män wegg un dann fang wi auk faots an“. He schloog vüör: „Wi gaoht äss bess up denn Markt, bekiekt denn ollen Brunnen, wao dat Engelken noch drup steiht un in`t Horn blöss, bekiekt uss de olle Kiärk mett de schönen Fensters. Dann drink wi äss wao een Tässken Kaffee off iärt uss een lecker Ies un dann will wi äss wieders seihen“. De junge Frau wass heel verwünnert, dat iähr Tiergenüörwer in so kuorte Tied all een heel Programm upstellt hadde. Een biertken veliägen stimmde se dann doch to!

Dunnerkiel hadde de junge Frau doch schöne Augen, dat saog he nu iährst, wao he se äss naiger in Augenschien namm. Äss se dann auk noch upstonn, saog he, dat auk süss wull alls in Uorder wass un alls an de rechte Stiär satt! Watt konn dao noch wull drut wiärden? Veer Dage laip dat dann nu all so. Se troffen sik to de Kaffeetied an de Bank un unnernammen dann auk tohaup watt.

An denn veerden Aobend sägg de junge Frau dann so ganz unverhofft: „Jä, dat was dann wull dat lesste Maol vondage“! He frögg: „Wuso dat dann“? Se gaww iähm de Antwuort: „Ik füöh wieer aww. Mann kann doch nich ümmer bloß Vakanz maaken, dao kann de Pott nich von prüerteln“! So sägg he, „du füöhrst wieer aww? (Se wassen all bi „DU“ ankuermen.) „Sall dat bedüden, dat wi uss gar nich wieerseihen söllt? Ik mott säggen, dat päss mi jä nu gar nich. Ik hadde jä auk all wull dacht, dat dat so mett uss nich ümmer so wieders gaohen könn. Ik hadde apat auk all wull dacht, dat man sik so äss Mann un Frau tosammen finnen könn! Dao hadde ik dann doch an di so eenen kleinen Feihler funnen, de mösstes du dann apat noch iärst awwleggen!“ Daobi keek he se dann ganz fast an! Se kreeg eenen rauden Kopp, watt iähr sogar gued stonn. Veliägen froggt se dann: „ Watt iss dat dann, wat di an mi gar nich päss?“ De Antwuort kam prompt: „Du büss ne kleine Schwindlerin, du kanns so nüdlik leigen“. Nu will se wieten: „Wu kanns du sowatt behaupten. Watt wees du dann von mi?“ „Dat will ik di wull vetellen. Du füöhrs nämlik muorn gar nich wegg. Ik seih dat nämlik all wull een Veerdel Jaohr, wu du hier ümmer vüörbi geihst. Un wenn dat Wäder gued iss, setts du di up de Bank un ümmer häss du dann een Book bi ut diene Böökerie. Un dao lesst du dann auk drin. Dat bi ussern iärsten Treff hier een Bok ut ussere Stadt lagg, wass rein tofällig, un dat lagg dao an, dat dat ne Nieuplage wass, well du studeeren wulls.“

De junge Frau iss baff: „Nu sägg mi doch äss, wu häss du dat dann üöwerhaupt harutfunnen?“ He lacht: „Dat will ik di auk noch säggen. Ik sinn Maschienenbauingenieur. Mien Büro ligg schraot tiergenüörwer von de Bank. Manks keek ik dann jä auk äss von mien Teekenbrett up un dann freide ik mi, wenn ik di so manks saog. Män, watt iss nu, sall de Schwindel nu an End sien?“ Se sagg bloß: „Guod dank, de Wochterie häww sik lohnt, ik kennde di doch auck all lang!“ Dann schmeet se de Arms üm sienen Nacken un gaww iähm een ganz düftig Müülken. Et wass alls klaor!