Eene Wallnuet

Hubert Schulze Mönking

Noch vör nich lange Tied was en Burenhoff en klein Riek für sick. Dao wuor schreinert, timmert, schmiedt, duosken, wiäwt und sogar Beer braut, alls met eegene Lü.

Nao´t  iärste Fröhstück mok sick alls aohne vuell Küren un Fraogen an´t Wiärk, un et wuor up´n Hoff so rühg, äs wenn he van Mansken lierig was.

An so ´nen rühgen Dag wuell en Wicht, dat alleen in de Küek hanteerde, äs ene Wallnuet probeeren.

Wallnuet gaff et satt up´n Hoff. De grauten, uraollen Baim vör´t Hus brachden dörwäg so viell an, dat man ganze Küörw vull sammelde un up Rösters drügde, de eegentlick för Knabbeln makt wiörn.

Düsse Rösters, vullpackt met Wallnuet, höngen up Sneesen in´n Baosen öwer´t Härdfuer.

De Magd settde sick enen Stohl vörsichtig up de Brandroh van´t Hiärdfuer, kleiede harup un konn doch noch nich richtig bi de Nüett. Se stellde sick up de Teemen, kreg up eenmaol dat Iöwergewicht un snappde an de Röster, üm sick antohaollen.

Dao passeerde et.

De Packsbänn, an de de Röster hong, reeten dör.

Dat Wicht un de Röster met all de Wallnüet schüötten harunner in de Küeck.

In öhren Schreck schreide de Magd fürchterlick up. De Jadt- un Küekenrüen, de up de warme Härdplatt laggen un so butt ut öhre Unnerst weckt wuorn, spröngen haug, jallerden toärst luthals laoss, susden Hals iöwer Kopp in de Küek harin un blieckden wat drin satt.

All düt was aower noh nicks giegen de Krach, we de rappeldrügen Wallnuet moken, äs se van´n Röster  föllen un in de Küek rummelden.

Et was äs bi´n Gewitter, wennt nao´n Dunnerslag  eene ganze Tied naogrummelt.

Et was, äs wenn de ganze Dieck in de Küek infallen was. Alls, aower auk alls up ´n Hoff häörden dat Lamenteern.

Hän un helpen, was öhr änziggsten Gedanken.

Van`t Spieker, ut Schüer un Schoppen,

ut Koh- un Swienställ, van iöwerall heer kammen se, de Klein- un Grautmagt, van de Suegjung bes to´n Baumester, de Miärsk un de Buer.

„Wat i laoss, wat ´is passeert?”, raip de een de annere in´t Vörbilaupen to.

Dör alle Dören kammen se in de Küeck.

Dao saogen se nu dat Küekenwicht tüsken all de Wallnüet staohn, de Röster haugkannt in de Hand,  äs wenn se sick dao ächter verstoppen wull.

„Ick wull bloss eene Wallnuet, ene änzigste Wallnuet“, jaumelnde se grienensmaot.

Allmählick begreepan all, wat passeert was.

Se föngen an to lachen.

Se lachden sick ächter Aohms. Se leiden sick up de Stöhl fallen, kloppden sick up de Knei un lachden so harr, dat de Kiärnruens an to bliecken föngen.

Dat Wicht leit sick to´t Märragiäten nich seihn, moss aower noch faken haören:

„Giff mi eene Wallnuet!“


Endlik es he ingeschloopen!

vertellt van Wolf Brinkmann (Westfalenspiegel 8/1961)

Ok tau Winterstied was op dem Koten van Piepenbrink em Kollenpott ümmer wat te dauhn, un de olle Kötterkumpel konn de Hänne nich in`n Schoot lieggen. Et mong Holt kleen gehackt wiärn, un de Piärre, Keih, Sürgen un Schöpe moggen gefoert wiären. De Heiharken un Graweschüppen moggen nohgeseihn wiärn, un ok em Huse gaw et allerhand te repareern. Wann et dann all üm veer Uhr duster wor, saaten de Blagen all tehaupe op de Owensbank un taggen sick üm de Beller- un Märkenbeiker. De Beßmoder mog faken wat vertelln, un dann saten se all drümharüm un sperrn Mule un Ohrn oppen, dat se ok allet metkriegen. Henrik Piepenbrink hadde dürch den deipen Schnei den Patt noh dem Backs genomm`n, wo de Hauhnerstall drinne was. He hadde nohgekecken, dat alle Hauhner op de Feckel saten, un nahm de Eier ut de Nesters rut. Dann keek he noh de Sürgen un gaw ok dem Brunen een Klatsch op den Ächsen. Bevör he op de Delle kam, trock he de Holschen ut, un glieks kam dat Jüngste van Piepenbrinks, wat grad twee Johrn was, met de Schluffen, un Piepenbrink stak seine Beene drin un wusch sick de Hänne. Dann bott he sick ne Mutzpiepe an un sat sick op den Stauhl, üm es inne Tieding te kieken, wä all gestorwen was.

Doför hadde he äwer nich lange Rauh, un fouttens krup dat Deernken ehm op`n Schoot un woll met ehm spielln. Faken konn de olle Piepenbrink dannn wahne wiärn un schmiet de Tiedung inne Ecke un mok met sein Döchterken „Hoppe Reiter“. Dann wor he äwer hortig meih inne Knei un sagg: „Mama, nu niemm es dat Deernken un stopp et in`t Bierre, et es all late genaug!“ Dann gaw et woll een Räern biem Uttrecken, un nümmes woll schloopen gohn, äwer met ne Dracht wor et dann prot. Nu was dat kleenste Döchterken een reinet Pappakind, un so mog ok de olle Piepenbrink et in`t Bierre brengen.

De Moder bliew inne Köcke un doh speiln. De Varer Piepenbrink sat sick op de Bierrekante dahl un mog nu dem Deernken wat vertelln. Dat frog ümmer wier wat nigget. Dem Kötter foll`n ok bolle de Ogen tau, un dat Gähnen nahm keen Enne. Opeenmol nicken he in, un as de Moder ut de Köcke reip: „Hennrik, schlöpt et noch ümmer nich?“, konn he bloß „ne“ raupen un mog wieter vertelln. Noh fief Minuten gong opeenmol de Dür vanne Schloopstowe oppen, un dat Deernken stond drin un knibbeln met de ogen: „Mutti, jetzt ist er abba eingeschlafen!“ Do tosseln de Köttersfrau met dem Kopp un lag den Stopphossen anne Siede.


En Uhlenspeigel

Jans was´n aollen Landlaiper. Siet Jaohr un Dagg har he bie Sunnenschien un Riängen de Landstraot unner seine Föt. Summerdagg wassen Hagen un Buschk un in de Wintetied Schüer aor Schopp – un wenn´t haug kamm – en warm Stall seine Hiäbiäg. So was he aolt un gries wuorn, aower he was daobie tofriär. He namm dat Liäben so äs´t was.

Eenes Daggs nu is denn aollen Hiäfstgesell wieer up´m Patt. Siet Stun´n is he all unnerwäggens. Sienen Buukreimen häww he all enger snallt, willdat he siet gistern aobend nix miähr tüsken de Tiäne hat häww. Schmacht häww he, Schmacht äs´n Rüer. Dat Prümmken, dat he ächter den enzigen Backentant, de em noch bliewwen is, sitten har, mäck em auk nich satt.

Dao kümp he up siene Wanneschop düör´n Kiärspel an´n stäödigen Buernhoff vüörbie. „Hier wätt´t Tied“, sägg he sik, „hier moß saihen, dat dien Büüksken wieer stramm wätt.“ – Gesäggt – gedaohn! – Reselveert staffket he up den Hoff, magg de Spitz auk bliecken äs´n Schlächtersrüer. Wat döt man nich alls, wenn man wat te bieten häbben will!

Jüst häww he ardig sien´n Hoot von´n Kopp nuomen un an de Dör kloppt, dao wätt de all van binnen laosrietten. De Meerske staiht dao, beide Han´n in de Siet stemmt, un krakeilt: „Wie kaupt nix!“ – „Leiwe Frau“, sägg Aoll-Jans, „ik häww nix te verkaupen. Ik häww Schmacht bes unner beide Arms! Giefft mie in Guottsnaom wat te iätten!“ – „Wie häwwt all Middagg hollen“, snaut de Aolle, „un et is auk nix üöverbliewwen!“ – „Dat is scha!“ sägg Jans un döt een deipen Söcht. – „Aower wenn dat eenmaol so is, lött sik dat nich ännern. – Villicht aower draf ick mie up juen Härd ne Kieselingsteen-Supp kuoken?!“ – „Ne Kieselingsteen-Supp? frögg de Meerske verwünnert. „Kann man denn Kieselinge iätten?“ Daodrup bliww Aoll-Jans de Antwort schullig. Willdat de Frau aower wahne nieschierig is, miärkt se dat in iähren Iewer gar nich. Se giww em en Pott un lött em gewähn.

Stantepee geiht de aolle Mann nao buten, un et duert män een Augenschlagg, dao is he met ne Handvull Kieselinge wieer dao. De mäck he unner de Pump propper, legg se in den Pott un gött Water drüöver. „Leiwe Frau“, sägg he dann, „et is miähr äs dankenswiärd, wenn ih mie ne Handvull Ries, een Reim´m Speck un – wenn´t müeglik is – eenen Schinkenknuoken giewwen daien. Dann schmakt de Supp noch maol so gued!“ De Frau giww em alls, un he legg et to de Kieselinge. Äs de Supp an´t Prüddeln is un he ümröhrt, klappert de Steene in´n Pott. Bie denn Rüek van de Supp löpp Aoll-Jans dat Water in de Muul bineen. Boll is alls praot. He gött de Supp up´n Teller; de Steen bliewt in´n Pott. Dann lött sik den Aollen alls gued schmaken.

Äs he sik den Möppel affputzt häww, frögg de Meerske: „Un wat is met de Kieselsteen?“ – „De Kieselinge?“ gluonkert Aoll-Jans, „de Kieselsteen, de laot ick ju dankenswiäderwiese hier!“ Daomet strick he sik üöver sein strammet Büüksken, un flaitend gaiht denn Uhlenspeigel devan aff.


Es Opa un Oma in Mönster wassen

Use Opa un Oma wassen no nie in Möster west.

Enes Dages hebbt se sick upprafft un sin no Mönster föhrt. Se kammen auk chlücklick in Mönster an. Es de beiden up denn Bahnsteig stonnen, do sohn se en Schild, do stonn drup: „Ge leise“.

Oma was chans upcheregt un sach to use Opa: „Treck chau diene Schoh ut, hier mot man leise chohn, do up dat Schild steit Ge leise.“ Un so trocken Opa un Oma de Schoh ut, un so kammen se up Socken bie C&A an.

Oma woll sick niämlick nen Riergenschirm kaupen. Do an denn Inchang stonn sonn fienen Hiärn. Se sachen to denn fienen Hiärn: „Chuoden Dach, Herr C&A, ick woll wull chiärn nen Riergenschirm kaupen.“ De Herr sach: „ersten Stock“. Quatsch, dachte use Oma, un chong up denn ersten Verkaupstand too un froch do no son Schirm. „Ersten Stock“ sach de Verkäuperin. Un so chong denn beiden dat an mehreren Verkaupständen. Oma sach to use Opa: „Hier is dat wie vörhext, hier kanns kinn Schirm kaupen, moss erst nen Stock kaupen.“

Nun chongen de beiden wieders in de Stadt. Oma sach to Opa: „Wi wulln doch noch en Speigel kaupen.“ No langet Söken fannen se auk dat richtige Cheschäft. Denn richtigen Speigel han se schnell utsocht. De Verkäuper froch chans fründlick: „Darf ich Ihnen den Spiegel einschlagen?“  „Uh, nee, nee,“ sach Opa, „kaputte Speigels häpp wie chenuch in Hus.“

Weil se nu enmol in Mönster wassen, wollen se auck int Theater. „Wat chiff et Vöndage? » froch use Opa denn Kartenverkäuper. „Was ihr wollt“ sach de. „Jaaaa, wat willt wie denn niermen?“, örverlächte use Oma, „wat förn Theaterstück kennt wie denn noch von de School?“

Plötzlich strahlde se örwert chanse Chesicht un sach: „Dann nimmt wie Wilhelm Tell.“ Up eenmol wet se chans iärnst un sech to use Opa: „Vadder, do steit et schwatt up witt.  “Programm 10 Pfennige”, datt könnt wi nich betahlen. Denk es, pro Gramm tein Pennige, un dat bie diene Punde.“

Weil dat nu mit dat Theater nix wor, wolln se wenichstens int Kino choan. Up de Strot frochen se son Fräulein, wo sonn Kino was. „Gerade aus“ sach se. „Mien Chott!“  sach Opa, „watt heppt wie doch en Pech, nu is dat Kino cherade ut.“

Von dat Laupen in de Stadt wassen se nu rierglig möh wourden un wollen nachts in Mönster schloapen. Schließlick fannen se auk en Hotel. Denn Portjee sach, en Doppelzimmer was nu nich mär frii, se mössen sick mit twee Enzelzimmers bechnögen. „Och“, sech use Opa,“ datt mek nicks, miine Olschke häf ick ja jede Nacht bie mi.“

Ähr es se nu schlopen chongen, wolln se sick noch watt iärten. De Ober brachte de Spiesekaart. Äa ierstes stonn drup: Kohlsuppe.

„Nee“, sach use Oma, denn chasen Daach seih ick in usen Choarden Kabusköppe chenooch, un nu söllt wie in Mönster auck noch Kohlsuppe iärtn, nee, nee.“

Dann stonn up de Kart: „Karbonade“.

„Nee“ sach Opa, „wie schlacht in Hus nen paar Schwien, Karbonade könnt wie auck in Hus iärten.“

„Ower hier, do steiht: „Menü“, dat niehmt wie.“

„Jau“, sach Oma, „dat hört sig so schön französchk an“. So bestellten se sick beide dat Menü.

Äs iärstes brachte denn Kellner de Vörsupp. Wat was datt? Kohlsuppe. „Nee, datt iärt ick nich, datt is ja Bedruch“, sagg use Opa. Se häppt se sick dann doch runner würcht.

Äs twedden Gang chawet dann Kotlett. „Mensch, sach use Oma, „dat is ja Karbonade“. Owwer watt sollt se maken, se häppt se dann doch chiärten.

Not Iärten wassen se so rechtschaffent mö un chöngen int Berr.

Denn annern Morn wassen se froh, dat se wieer no Hus föhrn konnen. Obends kamm usse Nohber Heine un froch: „Na Bänd, wu wasst dann so in Mönster?“

„Choo mie wech!” sach usse Opa, “föhr du blooß nich no Mönster. Do moß niärmlick up Socken dör de Stadt laupen. Wenn du dann nen Schirm kaupen wuss, moß iärst en Stock kaupen. Köffs die nen Speigel, dann willt se die denn int Geschäft all kaputt schloon. Int Theater moß no Chewicht betahlen, pro Gramm tein Pennige. Owwer dat schlimmste kümp noch. Wenn man int Hotel en französchk Menü bestellt, dann brängt se di Kohlsupp un Karbonade.

Dat könnt wi auk in Hus iärten.

So hew us datt in Mönster chohn, do föhrt wie nie wir henn, do willt wie leiwer in .............. blieben, hier cheföllt us dat bierter. 


Fränzken und Bännätzken

Bernh. Holtmann

Fränzken un Bännätzken, so paar Dasters van Jungs, bei so knapp fief Jaohr aolt, wäören de dicksten Frönde, de man sik denken kann. Et wassen Naowerskinner. Fränzken sin Vader was en Snieder, un Bännätzken was so in de Hüewelspäöhn upwassen, sin Vader was en Timmermann. Of`t guet of slecht Wiärrer was, bineen wassen se ümmer, blos dat se sik bi guet Wiärrer nich in Hus seihn leiten, höchsten üm sik en Butterbrot te halen. Bi slecht Wiärrer daogiegen laggen se en ganzen Dag in de Hüewelspäöhn of se banklammerden up de Sniederstuow harüm. Har de een en Appel van sine Moder kiriegen, leit he den annern bieten. Gaw Bännätzken sine Piädmöhn (Taufpatin), de ne graute Bäckerie har, wenn he es dao kamm – un he kamm öfters -, em en Suckerbritzel, wuor he met Fränzken reedlik dellt, un wenn, wat auk passeerde, Fränzken sin Vader de Iäl es brukde un de Jung schreide es `ne Maoltratt, dann hülde Bännätzken met.

Ja, man konn drup an, wenn se beide wat utfriätten hadden, dann moß man`t all seihn hewwen, süs had´t nich een daon. Veraoden dein se sik nich.

We aower nu gläow, dat de beiden sik nich manks bi de Köpp kreegen, de kennt nao lang kine Jungs un ganz sicher Fränzken un Bännätzken nich. Se konnen sik fiefmaol up´n Dag in de Haor liggen, dat de Wull stuow, fiefmaol vedrogen se sik auk wier, et dat Jungs Mo ist.

Eenes gueden Dags wassen se sik auk es wier unfröndlik wuoren. Erst had`n se sik lük utschimpt un lük schuppket.

„Du brukst auk gar nich mähr nao ussen Hus te kuemen, hä!“ har Bännätzken seggt.

„Un ik, ik spiel auk gar nich mähr met di, hä, slieput för drei Pennink“, har Fränsken ropen.

Un es se dat leed wassen, was´t tom Handgemenge üöwergaohn, un Bännätzken har Fränzken en paar Üörndliken dran timmert.

De bölkede nao Hus, üm et sin Vader te seggen.

Bännätzken bleew so in Schußwiete achtern Eck staohn, he was so ganz gau nich bank, dann moßt all leiger kuemen.

„Jung, wat heßt?“ fraog Fränzken sin Vader, es de Jung in de Stuow gebrammsket kamm.

„Huuuu“, anners kreeg he niks harut.

„Jung, si rüg, wat feilt di?“

„Huu – Bä – Bä nätz-ken, de hew mi hauen!“

„Aoh Jung, et sall wull so slimm nich sin!“

„Huu, jau he hew mi ganz düftig hauen!“

„Wao is he denn?”

“Buten, vör de Dör!“

Fränzken sin Vader was nu nich so dumm, dat he faots en graut Upseihn van so ´ne Blagenkäbbelerie mok. Üm sinen Jungen nu tefriär te stellen un Bännätzken auk es en bietken schalu te maken, nam he de Schär van`n Disk un gonk harut. „Waocht. Jung“, segg he, „dann will wi Bännätzken doch faots beide Aohren affschnieden, dann sall he´t wull nich wier dohn.“

In de Husdör kruop em sin Fränzken vörbi un schreide ut vullen Hals, waobi em de Träönen nao üöwer de Backen leipen: „Bännätzken, laup, Bännätzken, laup, gau weg, usse Vader will di de Aohren affschnieden!“

Fränzken sin Vader hew sik ümdreiht un lacht, aower he hew kin Waort mähr seggt.


Franz un Sophie

Hans Hartmann

Franz was achtain Jaohr aolt. He liäwe met siene Ellern up´n Buernhoff, den he later üöwerniemmen soll.

Naobers Sophie har`n Aug up Franz smietten. Sophie was`n propper un akraot Wicht, owwer Franz siene Ellern har`n wat gieggen de Friggerie met de Naoberske. De Dän was nömlik evangelks un se wassen katholsk. Se hollen Franz wiet von Sophie af.

Leßten Summer wassen Magd un Knecht in´t Kino, de Buer nao de Versammlunk, dao sagg de Moder to Franz: „Brenk iäben Max up de Weih, kuem mi bloß faots wier!“

Äs Franz dat Piärd en Klaps up de Mäse gaff un sik ümdreihe, stonn Sophie ächter em. „Di saih ik gar nich mähr, machs mi nich mähr lien?“ „Weeste Sophie, wi häfft Erntetiet un ick häff viel to daohen.“ „Dat verstaoh ick, owwer nu häs siker Tiet för mi, kuem wie gaoht düssen Patt lank!“

De Patt, den Sophie utsuocht har, laip schnurstracks up`n Diek to. „Et was vandag so heet, wu wuört`t, wenn wi en lück plümpsen daien?“

„Dat gaiht nich, Sophie, ick häff kiene Badebüx met.“ „Dat gaiht auk aohne Badebüx. Ick häff auk niks bi mi. Hier kümp kien Mensk vüörbi un wenn wi in`t Water sind, süht kieneen, dat wi niks anhäfft. Kuem met ächter de Strüük, wi treckt us ut!“ „Sophie, wenn Mama un Papa dat wüssen.“ „Franz, du büs nu all achttain Jaohr, wat bruuks du noch graut nao Mama un Papa to fraogen, kuem met ächter de Wallhieg.“

Sophie har sik gau uttrocken. Franz har jüst sien Wams ut, äs he verstuohlen nao dat Nackedeiken keek. Sophie har dat metkriegen un frogg em: „Franz, wat kicks mi an, wat stiers mi an. Gefall ick di nich?“ „Du gefölls mi wull, owwer dat har`ck siliäwen nich glofft, dat mott ick iährlik seggen.“ Wat häs denn siliäwen nich glofft, kann`s mi dat seggen?“ Ik häff siliäwen nich glofft, dat de Unnerscheid tüsken Evangelsken un Katolsken so graut ist!


Gerdken köpt Reiwenkrut

vertellt von Wolf Brinkmann

Dä kleene Gerdken Piepenbrink was son lustigen Post bi us inne Strote un was bi dä Blagen ümmer met dä Mule vörop. Hä was  son Daugenix, wu hä em Bauke stonn. Dä Öllern hadden alle Hänne vull te dauhn, üm ähm dän rechten Patt te wiesen. Wolles kriäg hä dann ne gehörige Dracht op dän Ächsen, wann allet annere nich gebatt hadde. Wann hä met dä Nobersblagen am Rümdullen was, konn ähm nümmes dovan awbrengen, un dä Moder reip sich wolles dä Kiälle heiser. Wann hä dann moll gehort hadee, frog hä noch terügge: „Was soll ich dann?“ Vör dä Fachwiärkhüskes spiälln dä Kinner un hadden ähren Spaß doran, wann sä biem Fangen eenen anschlo`n konnen. Dä Öllern wassen en dä Heiwiesche, üm dä Laken met Hei rintebrengen, dänn biom am Hemmel trock son Gewitter op. Wann dä Arbeit gedohn was, gaw et omts mäst Plunnermelk met Poschüt (Zwieback) un on faken ne Schnie Stuten met Reiwenkrut.

Eenes Omts moll was dat Krut em Düppen utgegohn. Dä Mämme mog för dä Mannslüd noch dä Botters schmern un was nu op`m Drögenen gelannet. Sä reip ut`m Fenster: „Gerdken, komm mal `rauf, du mußt schnell was holen!“. Gerdken keek ärst moll seine Moder vörwunnert an, un dann duern et ne ganze Wiele, büs hä es moll biom was. Dä Mämme gaw ähm dat Düppen un sagg, dat hä Reiwenkrut biem Krämer halen sallt. Domet dä Junge dat Geld nich vörleisen konn, doh dä olle Piepenbrinksche dän Fiefmakenschien unnen em Düppen und sagg dat för ähren Souhn. Gerdken leip met däm Düppen öwer dä Strote nöh Simonsmeier hen, dä son kleenen Laden hadden. Dä olle Simonsmeier hadde all seine Johrn op`m Buckel un doh ümmer noch siene Saken vörkopen. Dä Ladenbimmel öwer dä Dür gong, un rin kam Gerdken. Hä konn nich öwer dän Ladendisch kieken un bührn dat schwore Steendüppen hauge. Dä Koopmann keek öwer seine Brille un frog, wat hä häm woll. „Drei Pfund Rübenkraut für Mama!“ enttiäggent dän Hospes van Piepenbrinks. Dä olle Simonsmeier schluffen em Laden rüm un gong an dat graute Fat, wat en dä Ecke stonn. Met son grauten Löppel stak hä düchtig deip rint un leit dat schwatte Reiwenkrut en dat Düppen lopen.

Gerdken keek sick em Laden üm un hüppen van een Been op dat annere. Dä olle Simonsmeier hadde awgewougen un stall dä Gewichtssteene wier en dän Kasten rint. Dann stall hä dat Düppen met Krut op dä Theike un sagg: „So, mien Jung!“ Gerdken nahm dä Henkels vam Düppen en beede Pauten un woll rut gohn. „Halt, noch betahlen, Gerd!“ reip dä Koopman drächterhier. Doh kriäg Gerd äwer en Schrecken un leit dat Düppen bolle fall`n. „Wo hast du dann dat Geld?“ frog hä dann dän Jungen. Gerdken knibbeln met dä Ogen un keek dän ollen Simonsmeier graut an. Dä dach, hä hädde dat vörlourn orer nix metgebracht. Äwer Gerdken stottern: „Dat Geld ist doch da!“ – „Wo dann“, woll Simonsmeier wiätten. „Die Mama hat gesagt, ich soll das Geld nicht verlieren und hat es im Düppen getan!“ beliährn dä Junge dän Ollen. „Na und?“ was dä olle Väörköper nischirrig. „Ja, und da ist es noch drinn!“ Ow dän Fiefmakenschien metgiätten wor, es nich anteniämm, äwer dä Lüd häd düchtig dröwer gelacht. Dat doh ok Simonsmeier, as Gerdken no Hus gong un dä Bimmel öwer dä Ladendür schelln!


Glühwüörmkes

Eenmaol kämm de Lährer un de Suon van´ne Buer, wao he in Kost was, lat van´t Kaatenspieln nao Hus henn. Se wäörn auk beide nich mähr ganß nöchtern. Un de Wegg nao Hus hen duerte ön tiemlick lang.

Up eenmaol miärkten se, dat up´n Wegg vör ön ümmers so kleine Fünkskes upblitzten. Dann wäörn se wegg, un dann wäörn se wier dao, nen ganßen Strang üöwer den Wegg hen.

De Lährer bleew staohn. „Süh,“ sagg he to sein Kumpel, „dat sind Glühwüörmkes, de sind vönacht unnerweggs.“

De beiden bleewen staohn un bekeeken sick dat Schauspiell. Dann gonk de Lährer äs´n lück naiger ran un versocht, ´n paar van de Glühwüörmkes to fangen.

Owwer äs he met de Finger nao de vermentlicken Diers griepen woll, dao satt he auk all up´e Kunt. Un he stuetterte: „Ick här drüm wedden konnt, dat´t Glühwüörmkes wäörn – an´n elektrischken Waidetun här´ck nich dacht!“


Grinkenschmied   münsterländisch

1.  Grinkenschmied häölt sick en Braoden

Drei Stunnen von Mönster, tüsken Nienbiärge un Aollenbiärge, ligg de Röstebiärg. Hier husede in aollen Tiden in en deip Lock de Riese Grinkenschmied. Et was en guettmödigen Kiärl, un he holp de Lüe, wenn se in Naut wassen. Aower faxeeren leit he sick nich.

Wenn up en Buernhoff äs Hochtid was, lehnden sick de Buern von em den Braotspitt. Daofüör kreeg he dann en Ächterbollen äs Braoden met, dat stonn derto.

Enmaol was up Schulte Dahls Hoff Hochtid, de Dochter wull sick bestatten. Grinkenschmied lehnde äs gewüehnlick sinen Spitt. Äs aower de Hochtied vörbi was, daih den Schulten de Braoden leed, he was en aollen Gneesepinn. He reip sinen Foherknecht un sagg to em: „Jans, hier is de Spitt, breng em Grinkenschmied wier trügge. Du bruuks em aower kinen Braoden metbrengen. Nimm ussen flinksten Hengst, dat du iilig wier wägg kanns. Smiit em den Spitt füör de Fööte un roop em to:

„Grinkenschmied, dao häs dinen Spitt, den Braoden bis du quitt.“

Un dann mäcks, dat du wäggkümms.“  „Jau, dat wick wull dohen“, segg Jans, „aower erst mott ick en Buddel Snaps häbben, süß riskeer ick´t nich.“ Den kreeg he denn auck, un dann reet he los. Äs he bi Grinkenschmied ankamm, reip he luuthals:

„Grinkenschmied, dao häs dinen Spitt, den Braoden bis du quitt“,

smeet em den Spitt füör de Smiere un mook sick in`n vullen Kadraff wier nao Hus. Grinkenschmied, äs he dat haor, wuor verniinig un reip em met sine Donnerstimme nao:  „Wocht män, den Braoden hal ick mi sölws.“

Met sine langen Beene susede he ächter den Knecht hiär. De sloog up´t Piärd, aower Grinkenschmied kamm em immer naiger. Un jüst, äs Jans düör de uoppene Diälldüör riien wull, har em Grinkenschmied inhalt, pock den Hengst an den Achterbollen un reet em met eenen Wupp den ganzen Batzen ut. „So, dao häff`ck minen Braoden“, sägg he un trock dermet aff.

Von de Tid an häff em kin Buer sinen Braoden mißgunnt.

2.  Grinkenschmied äs Knecht

Enmaol frogg Schulte Dahl den Grinkenschmied, off he em wull en paar Dage Korn schniien helpen wull. He wuor süß met den Arn nich ferrig. Grinkenschmied sagg em to, un an´n annern Muorn kamm he met sine Seiße up´n Hoff. Nu harr aower de Schulte enen wahne wösten Baumester. Kin Knecht konn met em Paohl hollen. Se gaffen em daorüm immer enen Sachtgrösken, dat he doch nich so wahne losleggen söll. Äs nu Grinkenschmied up den Kamp kamm, wull de Baumester von em auck den Sachtgrösken häbben. Aower Grinkenschmied lachede em wat ut un sagg: „Den kriggs du nich. Laot´t män gaohen, ick sall wull metkuemmen.“ Dat was den Baumester sin Liäben nao nich passeert, un he lagg sick gewöllig in´t Tüg. Aower Grinkenschmied bleew em up de Hacken. Un wenn de Baumester sine Seiße wetten moß, stonn Grinkenschmied dao un gneesede. So gong´t bis to´t Fröhstück, un de Baumester was froh, dat he sick en biettken ressen konn. Dann gong´t wier füördann. Kuort füör Middag aower smeet de Baumester de Seiße hen un gong iäben in den Busk. Äs he so lange utbleew, keeken de annern nao, wao he so lange bleew, un dao fünnen se em daut unnern Baum liggen.

3.  Grinkenschmied küm in´n Himmel

Äs Grinkenschmied stuorben was, wull em Petrus nich in den Hiemmel laoten. Aower Grinkenschmied sagg to Petrus:

„Aoch, laot mi doch weinigstens iäben harinkiiken.“ Petrus mook de Hiemelsdüör los, un Grinkenschmied smeet sin Buukliär hennig düör de Düör in´n Hiemmel. Dann sagg he:

„Kumm, laot mi doch iäben mine Schüötte wier halen.“

Petrus leit em harin. Aower dao sett´te sick Grinkenschmied up sin Liär un sagg: „So, nu sitt ick up min Eegen, hier kann mi kin Mensk weggjagen.“ Un he bleew in`n Hiemmel.

Arn - Ernte

Baumester - Erstknecht

Braotspitt - Bratspieß

Buukliär - Lederschurz

faxeeren - ärgern, betrügen

gneesen - grinsen

Gneesepinn - Geizhals

Paohl hollen - aushalten, es ihm gleichtun

Sachtgrösken - ein kleines Bestechungsgeld

Seiße - Sense

sick bestatten - heiraten

4.  Grienkensmitt wät met `ne Meßfuok

wakke kiedeelt

Karl-Heinz Stening,  münsterländisch

Eenmaol was `n graut Unwiär west. Bi de grüeliken Sturm wöern de swaoren Niendören ümfluogen, de Strauhdiäker flougen men so dör de Lucht. Üewerall moss Grienkensmitt helpen un alls wier in Order brengen. Mien Gott, wat wa`t `ne Quiälerie! Owwer he kreeg auck düftig guet te iätten un auck manks ´n Fatt aollen Klaoren or Giärstensaft, wat se auck „Met“ nüemden.

Eenes Dags was Grienkensmitt von de Schlowerie so mö, dat he sick so up´n half Stünneken henleggen un ´ne Unnerst haollen moss. Daobie fonk he an te snuorken äs ´ne graute Baumsage. Dör sein Prußten fongen de Windmüelen up den Ollenbiärgsken Hüewel an te laupen. De Möller, de up seine Kornsäck an slopen was, dach: „Dunnerkiel, wat is dat, et is doch gar kein Wind west.“ He konn sick dat alls nich begriepen.

Äs Grienkensmitt an slaopen was, kamm so ´n Vössken vörbie. Dat saog de grauten Nieslöcke un dachde: „Kiek an, dao is jä diene Vossbuorg!“ He sprung met ´nen Satz in dat eene Nieslock. Dao fonk de Ries`mächtig an te prußen, dat de Voss in haugen Buogen herutfluog.

Von dat Snuorken un Prußten flaug dat Strauhdack von den Schultenhoff herunner. De Buer wuß auck nich, wat em passeerde, he laip no buten un saog Grienkensmitt, de was an `t blaosen un prußten, dat he sick nich up seine Been haollen konn.

Äs he den Grienkensmitt nich wakke krieggen konn, dao namm he ´ne Meßfuork un pruokelde daomet den Riese in dat Ächterpant. Grienkensmitt owwer dachde, so ´n Tuniegel was em in de Buxenpiepen herupkruopen. He klai´de sick un wull wier slaoppen, owwer dao namm de Buer wier de Meßfuork un kieddelde em so harre, bes he wakke waor.

Dao böerde Grienkensmitt iärst dat Strauhdack wier up dat Hues von den Schulten, dann gonk he trügge no´n Röstebiärg un slaip sick drei Dage lang ut.

Ächterpant - Hinterteil

böerde - baute

harre - heftig

Meßfuork - Mistgabel

mö - müde

Niendören - Niederntür, in das Dielentor eingelassene Eingangstür

nüemden - nannten

Snuorken - Schnarchen

Unnerst - Mittagsruhe

Unwiär - Unwetter