Nich staohen bliewen

Alfons was en naogeournen Buernsuohn, en lück draoh un en Eegenwaß und Eegenpaß. Wann em äs een ut de Familje fraogg, wat he eegentlicks up de Duer wäern wull, dann sagg he: „Hiärwstgeselle un Öhm an de Müer“. Nich dat Alfons en aollen Griewel west wäör. Nee, davon wiet aff! He was en anseihnlicken un flotten Kärl, har de Landbauschole besocht un konn met den Penhaoller jüst so gued ümgaohen äs met den Trecker und den Dreischarploog. Wat he eegentlicks up de Wichter entiggen har, dat mog de Düwel wietten. De Fraulüde brukeden sick nich naosäggen laoten, dat se dran schuld wäören, wenn Alfons sick nich den Foot in en Trurink verklichtet har.

Äs nu Alfons sein Broer Alex, wat de Buer was, an Alma Heidbrinks friede und se äs junge Meerske up den Hoff halde, dao fraogg sick mannige junge Däerne, off se den bunten Vuegel Alfons wull klippen könn. Aower dao haren se nich met de junge Meerske riäkent, denn de was för iären Schwaoger bi de Hand äs en Schohbüörssel, un he gonk üm iähr to äs en Bolzen üm den Schwandpott. Alex sagg faken to seine Frau: „Ick glaiwe, Du häst den verkährten nuohmen.“

Alma haoll em entiegen: „Laot us män gewähren. Dat he Di nich in Dien Revier kümp, dat weeßt Du. Un dat ick em richtig anpacke, dat häste up´t leste Tierschaufest seihen, dao hät he weinigstens säßmaol danzt un nich den ganzen Aobend Karten spiellt. Nu bin ick niesgierig, wu he sick anstellt, wenn Alwine up Besök kümp.“

 

Un Alwine quamm. Se was ne Pensionsfröndin von Alma un en Wicht, wat viel biätter metfallen was äs alle de, we sick in´t Blättken unner „Herzenswünsche“ anpriest, üm dat se eenen metkriegt. Et was wat dran an de Däerne, binnerlick un büterlick, un daobi was se ne Piggenbrut. Vader en Moder wäören vör gued een Jaohr met den Daut affgaohen un haren dat Kind met den Hoff von Tweehunnert Muorn un met den Öhm un de Möhne sitten laoten. Alwine moß üöwer een Jaohr harre in´t Geschirr gaohen, mär Last äs Lust driägen un har ne Vakanz bitter naidig. Se har wull wieten, dat der en Öhm bi iähre Fröndin up den Hoff liäwede, aower dat de en jungen un strammen Kiärl was, dao har se nich up toschlaogen. Aower wat se dao saog, dat gefaoll iähr wull. Auk Alfons, we süss weinig ächter de Wichter hiärkeek, namm faken bi Alwine de Maote – met de Augen. Un wat he to seihen kreeg, dat was en anmaidigen Ankiek. Nich dat he Hiärtklabastern kreeg, wann se em in´t Visier quamm: dao moß et all dicker kuemen. In´n verlieddenen Mai har he en schwatten Rehbuck in de Jagd spüört. Vätteihn Dage har up dat Stück ansiätten. Äs he dann tüsken Dau un Dag den schwatten Düwel üöwer Kimme un Kaorn antüerde, dao lagg de Püster in ne Hand, we kinen Tadder har.

Üm et kuort to maken: et quamm so äs dat in de Geschichtsböker insteiht. Et was auk alls dao, wat bi sowat bihäört: en warmen Summeraobend, en Maond, we dat Gneesen nich laoten konn un ne Fliärmus, we tüsken de beiden düörflaug. Off nu Alwine sick vör bar Schreck an Alfons drückt hät, orre off Alfons de Fliärmus kriegen wull un daobi Alwine to packen kreeg, dat häwt Alex un Alma ächternao nicht rutkrieggen.

So vätteihn Dage vör Sim-Jü, äs de Aolle Wiewersummer sien Beste daih, was de Hochtiet; fierlick, fröndlick un aohne graut Buhei. Et gonk up Middenacht an, dao haren de Gäste sick verlaupen. De junge Buer keek, jüst äs he dat bi sienen Broer auk makt har, Hus un Stall un Schopp un Schüer naomaol nao. Dann steeg he bedächtig de Treppe nao´t Schlaopzimmer herup. Alwine lagg all in´t Bedde. Alfons trock Schniepel un Weste ut, daih Kragen un Schlips aff un keek düör´t  Fenster üöäwer de Kämpe un Wiesken, we em nu anvertrut wassen.

Alwine keek iärst verwünnert up iähren Mann un sagg: „Alfons, nu kuem in de Fiädern! De Dag is lank noog west.“

Glieks, glieks“, gaff de to Antwaort un leit den Blick nich von dat stille Land un dreew de Gedanken drüöwer hen.

Nao en Tietken flisterde de junge Frau: „Mann, nu kuem doch endlicks! Wat steihste denn dao te simmeleren?“

„Aoch, leiwe Wicht“, äöhmde he up, „ich mott der an denken, off de leiwe Häer us wull en paar Kinner schenken döht?“

„Dumme Jung“, sagg Alwine, „wenn Du dao staohen bliffs, ganz wisse nich.“

Alfons is nich an´t Fenster staohen bliewen, un de Kinner sind auk kuemen. Wao´m an seihen kann, dat met Simmeleeren un Diskuteeren alleen nich alls geräött.


Öhm Fennand un sin Testament

Wat was dat faken en Glück, dat en Öhm in´n

Huse was! He päss alltied upt Hus up, he ver-

wahrt de Blagen, he brengt in´n Summer den

Kaffee int Feld, un ümmer hät he för de Kinner

en Suckerklümpken in de Tast. Eegentlick is he

sölwst jä en lück to kuett kuemmen int liäben.

He is en Eenspänner un üöwerbliewen. Ower

mannigeen Öhm hät allerhand in´n Strump upspart.

Öhm Fennand haar dat nich. Kniepig was he

nich west, dat nich. Tot Geldutgiewen harr he

auck kine Geliägenheit. Denn he harr faken nich

so viel in´n Büehl, dat he sick en Päcksken Tabak

kaupen konn. Ower he wuß, dat en gued Testament

en daipen Indruck up de gansse Verwandtschopp

mäk.

As´t nu ant Stiärwen gong, dao moß de Notar

kuemmen un dat Testament upsetten. Un Öhm

Fennand sagg : « Nu schwiewt, Härr Notar,

schwriewt alls up: Wilm sall dusend Dahler häbben,

Thresken twee dusen Dahler, Theddo auk dusend

Dahler, mine Schäögerin Fine drei dusend Dahler ..“

Dao keek de Affkaot met graute Augen up un fraog:

„Meinee, Öhm Fennand, häbbt Se denn so viel

trüggleggen konnt?“

„Nä, nä,“ sagg de Öhm, „dat nich. Ick häw nicks,

ower ick dacht, de Lüe sollt doch alle in min

Testament minen gueden Willen seihn.“


Terro Schräöders will sick uphangen

Anton Aulke

De Holskenmaker Terro Schräöders wull sick uphangen. Jau, he was dat Liäben led, un waorüm? Sien Wif – dat was so`ne aolle Hessbiet, de käffkede den ganßen Dagg üm em harüm äs so`n giftigen Täckel üm so`n guorg aolt Piärd. Dat hett, wat de Gräött anbedräpp, so stimmt de Vörgliek nich rächt, denn Stine was baoll jüst so graut äs Terro, un de har bi de Garde dennt. Blagen hären se nicht, un dat was schade. Wenn se de hat hären, här sick dat Käffken van Stina doch so lück up de ganße Famillig vördellt. Män so moß Terro dat alltied ganß alleen anhäören un den Sünnenbuck spielen – alle Dag in`t Jaohr, so äs de leiwe Här se kuemen lait, un aofft et Sunndagg aorre Wiärkeldagg was, dat was för Terro all een Pottnatt: Stina käffkede ümmer. Füffteihn Jaohr har he dat uthaollen, aowwer nu konn he nich mähr, et gong em te nietzk an de Nüren, he was te week van Gemöt, so äs ganß graute Kerls dat mankst sind. Un darüm wull he sick nu uphangen, dann har dat Lieden en End.

He kaoff sick also en schönen, glotnieen Strick, smeerde em met Smaolt düchtig in, dat he biätter rutsken daih, un gong daomet nao`n Balken. Dao sett`te he ne Ledder an so`n Twiäsholt, äs se tüsken de Speers sitt`t, mok den Strick daoran fast, daih en sick üm den Hals un wull jüst van de Ledder springen, dao scheen de fröndlicke Aobendsunn dör so`n klein Löcksken in de Pannen un foll jüst up een van de schönen, grauten Mettwüörst, we Stina ümmer ne Tiedlank up den Balken hong, dat se so nett drüg wüörden. Un drüge Mettwüörst, de att Terro för sein Liäben gärn. Dao dacht he: „Ei, so`n End Mettwuorst, den könnst du di eegentlick nao wull vörputzen, ähr äs du van de Welt geihs; wenn Stina et hernocher miärkt, dann laot se män käffken, ick häör`t dann jä doch nich mähr ...“. He daih sick also den Strick üm den Hals wier wägg, steeg van de Ledder harunner, kreeg sick sienen Kniev ut de Task un sneed van eene van de Mettwüörst en üörndlicken Prollen aff. Un dann satt he sick up ne aolle Kist, keek so vörloren up dat kleine Sunnenpläcksken, wat ümmer wieder gleet – un att. Un et smok em prächtig – jau, Mettwüörst maken, dat konn Stina, dat moß `m iähr laoten, wenn se auk süß ne Gaffeltang un ne Ruhbrak was. – Män van de Mettwuorst har Terro Duorst kriegen, un he keek sick nao wat te drinken üm. Jä, Water gaff`t up`n Balken nich. „Aowat, Water is Water“, knurde he, „ick gaoh in den Keller, dao hew ick jä nao en Aot Fuesel staohn, un Stina – de is jä up`n Kamp.“ In`n Keller satt he sick up dat Piekelfatt un gaut sick eenen in un dann nao eenen. Un äs he bi den füfften ankuemen was, dao dacht he so in sienen Sinn: „Dü büs doch en ganßen dummen Öllöck, Terro, dat du di uphangen wuß, solang äs et nao drüge Mettwüörst un en aollen Klaoren giff“, gong nao buoben, mok den Strick van den Twiäsbalken laos un smeet em achter de aolle Kist, up wecke he vördem dat Stück Mettwuorst vörtehrt har. Dann att he de annere Hälft van de Mettwourst, denn Stina brukte jä nich to wietten, dat nu eene wänniger up`n Balken hong, drunk sick unnen nao en Hälfken un gong an seine Arbeit.

En paar Dag drup kamm Stina van`n Balken, har den Strick in de Hand un sagg: „Kick äs hier, dao lagg englotnien Strick up`n Balken achter ne aolle Kist. En Swien kann der nao nich anhangen häbben, daoför ist he te nie, un doch föhlt he sick so fettig an. Wao kümp de heer?“

„Weet ick nich“ sagg Terro. Män in sienen Sinn dacht he: „Nee, en Swien hat der nao nich anhangen, aowwer en ganßen schönen, grauten, dummen Iesel met aislick lange Aohren – de här de baoll anhangen, wenn du nich so schöne Mettwüörst maken könnst, du aolle Hessebiet.“

Un dann bohrde he an sienen Holsken wieder, un Stina käffkede ut de Wiärkstiär harut.


To rechten Tiet

Gertrud van Dam

Mien Vetter Henrich is en Mann, de päß in de Wiält. He häf dat, wat man vandage mangs met ´ne Latüchte söken mott: Zivilcourage.

He har mi inladen to´t Schützenfest in sienen Verein. Wi satten gemütlick an enen kleinen Disk up´n Teltplatz. De wiede Platz was stoppenvull Mensken. Se haren in de Musikpause dat Telt verlaoten un wollen sick in de friske Luft lück verhalen. Niäben us satt en utländsk Pärken, wat sick interesseert dat Driewen ankeek. Owwer lange leit man de beiden nich tofriär. In dat allgemeine Söken nao enen frieen Platz stönnen upmaol twee stämmige Schüttenbröers ächter iähr un pöbelden se an.

„Nu kiek di dat äs an, Giärd!“ reip de eene luthals. „Hier makt sick doch warrhaftig düsse Itas breet un niemmt us den Platz weg!“

„Kanns denn van söcke Spaghettifriätters wat anneres verwochten? De sind doch äs de Kartuffelkaifers, ´ne gefäöhrlicke Landplaoge, wao man wat gieggen don mott“, bölkede Giärd un keek sick nao Bifall üm. Un de Bifall bleef nich ut. Faort stönnen Dutzende van Nieskierige üm de Krakeilers harüm, un de miärsten blossen in dat sölwe Horn. Wat har dat utländske Packvolk hier to söken? De sollen unner Iähresglieken bliewen un wier hengaohn, wao se hiärkammen, anstatt hier de Lüde Arbeit un Braut to stiählen. Jawull, Stiähldeiwe, Banditen un Messerstiäckers, dat wören düsse verflixten Utlänner doch alltohaup!

Pauschalurdeele, de ümmer mähr üm sick greepen.

Dat Pärken satt bleek un stumm un leit de ganße Schimpkanonaode üöwer sick hengaohn äs en Hagelschuer, vör dat man nüörns unnerkrupen konn. Wao sollen se hen? Se wören inkeilt van de Menskenmasse, de ümmer dichter wuor.

„Wenn nu nich boil de Polßei kümp, dann giff dat Mord un Daudslag“, flisserde ick vör Angst biewwernd Vetter Henrich to. He bleef ganß ruhig un flisserde trügge: „Si män unbesuorgt, et passeert nicks.“

Dat Spitakel was bes nao´t Telt drungen un har den Schützenhauptmann mobil makt. Siine Adjutanten bahnden em den Weg nao ussen Disk frie. Dao stönn he nu: ganß Här un Baas. Eene Hand an sienen Säöbel, de annere tippede licht an sienen Helm met den Fiärderbusk, de sick in´n sachten Sommerwind weggede. De Mensken hollen den Aom an. Nu moß et spannend wärden. De Hauptmann keek de beiden jungen Utlänner an, un mi scheen, se deien em egentlicks leed. Owwer he har nich den Mot, gieggen de ganße Meute van Stänkerer un Twiärsdriewer antogaohn.

He pock den Säöbel faster, tippede noch eenmaol an sienen Helm un sagg dann in sein beste Sunndagshaugdütsk:

„Dieses ist eine geschlossene Gesellschaft, zu der Fremde keinen Zutritt haben. Ich muß Sie daher bitten, den Zeltplatz zu verlassen.“

„Wat, bidden!? Häört ju dat an! Bidden döt usse Hauptmann düt Utlännerpack! An´n Kanthaken soll he dat Aostüg packen un to´n Düwel jagen!“ krijöhlde een´n, de to deip in´t Glas kiecken har. En paar Vörsichtige mennden, man soll nich to wöst met de beiden ümgaohn. Villicht stönnen iähre Kumpels in de Naigde, un dann har man de Messerstiäckerie togange.

„Laot se doch kuemmen!“ plusterde sick Giärd up. „Wi willt iähr wull wiesen, well hier dat Säggen häf.“

„Holt doch Friär“, woll de Hauptmann begäusken, kamm owwer gieggen dat grautmulske Ramentern nich an. Ick keek Vetter Henrich hölpesökend an. He har de Hande inenannerkrampt, dat de Knüöckel witt dörscheenen. Un dann stönn he up. Nee, he stönn nich up, he schaut äs ´ne Rakete tohöcht un dunnerde, dat et äs en Pistolenschuß üöwer den wieden Teltplatz knallde: „Schluß!!“

Nicks anners äs: „Schluß!“

Wenn unverseihens en Blitz inslaon wör, haren de Mensken nich verschreckter sien konnt äs bi düt dunnerde: „Schluß!“

In de afsolute Stille har Vetter Henrich nu ´ne moralske Rede hollen konnt üöwer dat Utlännerproblem, üöwer Gastrecht un Gastpflicht. He har en Dunnerwiär loßlaoten konnt üöwer iähr miese Verhollen. Nicks daovan. He stönn enen Augenslag stramm, saluteerde vör den Hauptmann, lagg seine Hande up dat to Daude verschrockene Pärken un sagg so laut un dütlick, dat et wiethen to häören was: „Hauptmann, düsse beiden sind miene Gäste!“

„Henrich!“ De Hauptmann sackede lück in de Knei. Doch dann äömde he deip, riskede sick up, stönn stramm, tippede an sienen Helm, nickede de beiden Utlänner fröndlick to un sagg met faste Stimme: „Entschuldigen Sie bitte das Mißverständnis. Als Henrichs Gäste sind Sie uns selbstverständlich herzlich willkommen.

Een Augenslag Stille.

Dann klatskeden de Adjutanten Bifall. De Guetwilligen slauten sick an, un de grautmulsken Twiärsdriewers trocken sliepstiärtsk af. Dat Fest konn in Friär wiedergaohn.

Äs ick Vetter Henrich ächterhiär frogg, waorüm he dat Utlännerpärken äs seine Gäste utgiebben har, sagg he schlicht un enfach: „Och, dat is mi jüst to rechten Tiet infallen.

äömde – atmete

begäusken – beschwichtigen

biewwern – beben

faort – sofort

Friär – Frieden

gieggen – gegen

häören – hören

inslaon – eingeschlagen

lück – ein bißchen

Naigde – Nähe

niemmt – nehmen

nüörns – nirgends

riskede – aufrichten

slauten – schlossen

sliepstiärtsk – verlegen/kleinlaut

tofriär – zufrieden

Twiärsdriewer – Quertreiber

vandage – heute

weggede - bewegte


Tuorfbuer, Bäcker un Papagei

Rainer Schepper

En Tuorfbuer föhrde met´n Föher Tuorf no de Stadt. Bi en Bäcker holl he vör de Düör. Niäbenan stonn en Fenster laoß, un de Buer raip harin: „Will Ji en Föher Tuorf häbben?“

He saog kienen Mensken, aower binnen raip ne Stemm: „Jau!“

De Buer fraog dann: „Sall ick´t dann no´n Hoff hen föhren?“

Un wier raip een: „Jau!“

De Buer föhrde nu den Tuorf no´n Hoff hen, un äs sick kien Mensk seihen lait, fonk he an, aftoladen. He was wanners d´met feddig un gonk in de Backstouwe: “De Tuorf is afladen. He kost´t …”

“Wat för´n Tuorf?” frogg de Bäcker. “Ick häff kienen Tuorf bestellt un will auck kienen Tuorf häbben!”

„Ick häff ju doch an´t Fenster froggt“, sagg de Buer, „un Ji häfft doch jau seggt.“

Do foll den Bäcker sein Papagei in, de in´n Stuoben was.

„Dat äösige Veehtüüg!“ schimpede he, „ick dreih dat Aos dat Knick üm!“

Domet laip he in´n Stuoben un smeet den Papagei een von siene Sluffen an´n Stiärt. Dat Dier naihede in siene Angst ut un flaug buoben up´n Uoben herup. De Bäkker wuor sick met den Buern eenig. Äs he vernienig wier in´n Stuoben kamm, laip ern de Katte üöwer´n Wäg; de har den Kanargenvuegel tüsken de Tiänne.

„Du leig Dier! Di dreih ick auck dat Knick üm!“

He greep no´n Bässemstiell un wull de Katte eenen lanks de Küten timmern. De lait in iähre Angst den Vuegel fallen un, witsk, was se up´n Uoben. Do raip de Papagei:

« Katte, häs du auk Tuorf kofft ? »


Up Strukamps Hoff

Aus dem Buch „Usse Bennätzken“ von Bernard Walbaum

Mundart Nordwalde, Kreis Steinfurt

Strukamps Hoff lagg nich wiet von`t Dorp. Et was `n schönen Hoff von guet hunnert Muorgen. De Gebeide, dat Land un dat Veeh wassen guet in stande. Arbeiden deihen Strukamps guet, se konnen et auk wull maken, denn Vader Hennerich was nao recht rüstig.

Von seine fief Döchters har he veer in Huese un auk sienen enzigen Suohn August, de achtundiärtig Jaohr aolt was.

Alls was wull guet, bloß dat de Döchters kinnen Mann metkriegen konnen, dat was doch`n graut Hueskrüß.

Wenn de Suohn August äs ganß vüörsichtig sagg, dat he wull hieraoten wull, wat he bi sien Aoller auk egentlick wull daohen moß, dann saggen de Süsters, ja August, dat wullen wi auk wull, hier sind obber Fraulüde genog in Huese, du bruks nich nao ene dübi to halen.

De aolle Hennerich deih dat wull leed, he konnt obber auk nich ännern un so liäwede he von de Huopnung un lagg alls in Guot`s Hand.

Leiger waß dat all met Moder Strukamp. Se was doch recht bedröwt, dat de Döchter gar nich an de Siete kammen. Gewiß harren se alle wull so`nn hännigen Küöter kriegen konnt, obber dat was doch nicks füör richtige Buerndöchters.

Wat was de füffte Dochter, de Maria, glücklich dran, dat se Lährin wuorden was. De konn sick alltiet helpen. Wenn Maria in Ferien kam, dann wasst schön in Huese, de wuss viell to vörtellen. Up de Ankunft von Maria freide sick de ganße Famillig.

Vettein Dage vüör de Ferien gonk`t bi Strukamps so richtig rund. Alls wuor up`m annern End stellt, weil doch de Lährin boll kam. Wenn de Naobers äs froggen, wuorüm alls so fien makt wüör, dann saggen Strukamps:

„Ja die Lährin  de kümp doch.“

Strukamps Vader holl de Lährin sölwst met`n Kutskwagen von de Bahn af. Drei Stunnen vüör`t Inlaupen von`n Zug trock he sick all recht fien an. Vüör lutter Upregung konn he dann kaum nao wat iätten. He moß dann auk mähr äs gewüönlick nao`n Hoff laupen;  un met em küern, dat gonk boll gar nich.

Wenn de Lährin dann ankam, gonk se iäst wull recht piel up`m End, obber dann kam`m doch boll de Suorgen met se Süsters. Se wull met Gewollt helpen, dat wennigstens de eene of annere an`n Mann kam. Se har de Fotografien von iähre Süsters ümmer bi sick, un in dat Duorp, wao se Lährin was, har se sick all viell Müh`giewen, et wull obber nich klappen.

Nu was dat sicher auk nich so licht, denn alle fief Döchter gleeken up`m Papa, un de waß´wull guet, obber alles annere äs schön. Tante Anna, wat Moders Süster was, de har all maol ganß fien säggt:

„Strukamps Döchter de vörschäppten dat ganße Kiärspel.“ Et was auk so, alle Döchter saogen würklich nich guet ut. Wat nützt dann dat guete Hiärt, de stillfien`n Kleder un de eikenen Möbel!

Et wa in`n Hiärwst, dao kam de Pastor to Besöök nao Strukamps. He wull auk wull füör sien Krankenhues kollekteen. De Pastor sätte sick an`t Hähdfüer bi de aollen Strukamps un dann küern se von düt un dat.

„Ja, Haer Pastor“, sagg Moder Strukamp dann, „bi us was et auk schöner, wenn wennigstens de een of annere Dochter hieraoten konn, usse August de wett bi dat Wochten reinewegg aolt.“

„Ja ja“, sagg de Pastor, „das wäre sicherlich gut.“  Wat soll he auk anners seggen. De aolle Hennerich sagg dann up seine Art: „Jau, Häer Pastor, wi dürft hier wull singen  Herr sende den du senden willst ..“.

„Ja, ja, ja“, sagg de Pastor ganß bedächtig un met deipe Stimm, „durch den du allen Jammer stillst.“

An`t hieraoten sind de Döchters nich kuem`m. Äs August dann doch met tweeundvättig hieraoten deih, dao trocken twee Döchters bi de Lährin. Enige Jaohre later starw de guete Moder.

De aolle Hennerich Strukamp leit sienen Mot nich sinken. He har so`nn gueten Humor, un he konn auk so wunnerschön vörtellen, wenn`t auk nich ümmer stimmde, wat he sagg.

Sunndags nao`t Hochamt, dann har he an de Thek de Buern üm sick staohn un dann bloß he iähr `nen ganßen Haupen Wind in de Aohren, et lutt obber ümmer recht guet.

Äs he aolt was un dat Stiäwen neiger kam, dao deih de Lährin em faken besööken. Enige Wiärken vüör sienen Daut frogg he siene Dochter Maria, de dat äs Lährin wull wieten konn, of he wull in`n Hiemmel kam.

„O jau, Papa“, sagg Maria, „dat is doch gewiß, du häß doch alltiet diene Vlicht daohn un auk guet füör us suorget..“

„Jaaa“, mende de Vader dao: „Ick weet et nich, ick häbb sunndags nao`t Hochamt de Lüde doch viel beluogen.“

„Ach Papa“, sagg de Lährin dorup, „de Häergott is doch barmhiärtig, dat döt he di ganß gewiß vörgiewen, denn süh äs, er hat ja dem Schächer am Kreuze noch vergeben, un dat was doch gewiß `nen leigen Kärl.“

„Ja, sicher wull, Maria“, sagg de Vader dann, „dat heff de Hiärgott wull daohn, obber dao satt he jä sölwst in Dübels Naut.“


Ut Opas un Omas Schooltied

Josef Probsting

De Tiet äs wi no jung

Häbbt wi no guett in Erinnerung.

Et sind all männige Jaohren hiär

Un et giff keine Wierkiähr

Ik main´t so guett, wenn ik ju snell

Von düsse Tiet wat vertell.

 

Wi wäörn so tofriär un froh

Auk aohne Fernseher un aohne Radio

Un wi härn auk fröher usen Spaß

Aohne Kiwis un aohne Ananas.

Aower nich äs eenmaol kaimen wi in den Genuß

Nao de Scholl to föhrn met ´n Autobus.

Wat daien wi all frohlocken

Drüg inne School met Holsken un Socken.

De Buerschoppskinner in düsse Tiet

De mössen laupen kilometerwiet.

 

Meddags kammen wi dann ut de School

An´n Huuse met Gesang un gejohl

Nao´t Iäten faorts wier unner Damp

Wi mössen met de Vader up´n Kamp.

No eenmaol düftig recken

Un dann gon´k loss met Röbentrecken.

 

De scheeten wi denn

In lange Riegen henn

Dat Affstiäken von´t Kruut

Dat möken wi dann met de Schut.

Bi us gaff´t kein Lamenteern or dumm Quaken

Wi mössen de Röben up´n Haupen maken.

Un dat wisse, in use Jaohren

Dao gaff´t för „Null Bock“ no wat ächter de Aohren.

 

Buten wuor´t allmählick dunkel

Un de Stiärn de fongen an te funkeln

Dann de Wagen voll Rüben nao de Koh henbracht

De was all an´t Bölken, de har Smacht

Un use Süster Fine de was an´t Stuoken

De moß vandage den Swienpott kuoken.

 

Härn wi nu usse Arbeit daohn

können wi inne Küeke gaohn

Erst wasken, un´n Lück de Beene vertriäden

Dann an´n Disk un dann dajen wi biäden.

Wat härn wi´n Spaß, un wat häbbt wi schwiärmt

Moder har dat Suermoos upwiärmt

Et gaff auk no Pannkoken to iäten.

 

Nao´t Iäten moß use Fine spölen

Wi Jungs dalen up de Diäl ´ne Rübe uthöhlen

De mooken wi dann´n Gesicht

Un stoppten dao drinn so´n Licht.

Nu op´n Paohl met´n witt Dook

Un ferrig härn wi usen Spook.

 

Nu göngen wi all in´n Stuoben

Un sätten us gans dicht an´n Uoben

Vader dai us dann wat vertellen

Von Räubers un söcke laige Gesellen

Schoolwiärks met all de Schriewerie

Möken wi so tüskendör anbie.

 

Un dann, et was kuort nao acht,

Säggen wi use Ellern: „Guede Nacht“.

Aohne ramenteern or Gejammer

Gonk´t nao buoben inne Kammer

Un faorts trokken wi dann

usen langen, wieten Pölter an

Un för´n naichsten Muorn kreegen wi de Parool

Holsken an, un dann wier aff nao de School.


Vader seine neie Box

van Augustin Wibbelt, ümschräwn up Wäskerskeplatt

van de Scholrätin Frau Börger

Vader was düftig sporsam in´t Tüüg. Oawwer so dann un wann moß he doch wat Neies hebben, dat ging nu eenmaol nich anners. So hedde he sick auk to Ostern wat Neies maken laoten. En ganzen Noamdag hedde he erst met Tante siene Sunndagsbox under de Lupe nommen, of se´t nich doch naoch wall dohen könn; se hadden se bekecken von vüörn un van achern, hedden se dreihet hen un hiär, un Tante hadde all den Vüörslag makt, he sall sick en nie Ächterveerdel drin setten laoten. Män dao woll Vader nicks van wetten, he was wall sporsam in´t Tüüg, aowwer daobi ouk prick. Genoog, he kreeg wat neies.

Nu is dat met de Snieders ne eegene Sake. Se könnt all ganz farmos schön Tüüg maken, besünners wenn man se proaten hört; iawwer se doht et nich ümmers- jedenfalls ut lutter Schlechtigkeit. Vader de wuß dör wat van to vertellen, un daorüm laag he dat Mester Pickat düftig ant Hatte:

„Ick segg Ju, Mester, wenn dat Tüüg nich pöß, dann krieg Ju´t wier un könnt´t mi betahlen.“

„Wollen ihm schon kriegen“, sagg Mester Pickat, „föär so`n staziösen Kääl äs Ji, de bi de Wilhelmsgarde dennt hätte..“  „Bi de Attellerie“, sagg Vader. „Also bi de Attollerie- dann möß ick jo´n Dummkopp wäsen, weck dao kinn Tüüg foar maken könn. Den Kragen en lück hauge- Ji häbbt en langen Hals – vörne etwas vüllig – Ji driäg´t alls vüor, achern häb Ji nicks-„

„So´n bättken oawwer doch“, sagg Vader; „de Hauptsake, dat et wiet genog is, dat mi nich bi de naichste Hochtit forts de Knöpe draff fleegt.“

„Wird alles gemacht!“ sagg Mester Pickat.

Et was e´n Aobend vöär Ostern. Tante Drücken hadde alle Hande vull von Arbeit, Ostermaondag sall grote Visite wäsen, so´n Dutz Öhms un Tanten met´n ganzen Tropp Blagen können se in de Mööte kieken, ungefähr de ganze Verwandtschop. Dat was van oallers hiär so Bruuk bi Klüngelkamps. Libbet, wat Tante iähne Nichte was, de was extrao röwwer kommen, üm en bättken to helpen; et wodde Tante Drücken süss te vull. „Sall mi wünnern, of den Kääl mien Tüüg auk feddig häff“, hedde Vader all´n paarmol seggt, „wenn ickt ot morgen nich krieg’, dann slaoh’ck em de Glase in.“  „Du büss noa so tiedkottig äs ne Blage“, gnuerde Tante, de bi´t Füer satt un Iserkokens backen. Se hadde lück Koppiene, un dann was se alltiet verdreit.

Dao kamm de Lährjunge un brock dat Tüüg. Vader gonk glicks in de Kammer un probeerde an. „Hadde ick et nich dach!“ gnuerde he, „de Box is voll to lank- na, löätt sick jä licht kureeren- den Rock pöß guett. Donnerkiel, wat bün ick muorgen fien!“

Intüssen hadde Tante Drücken Malöer hat. De aolle lubertske Rü’e de Prinz, was iähr so sachte bi den Napp gaohen, wo Kokendeeg in was, un äs Drücken em met dat Koken-Isen up de Platte tickede, dao smeet dat Unglücksdier den Napp üm. „O du aollen Buck! Du äösige Rü’e! Nu ligg all dat guedde Wiärks up’n Grund!“

Wat help daat Schennen? Et wodde nicks biätter dorvan. Nu kem gerade to düsse unrächte Tiet Vader ut de Kammer. „Tante, du kas mi wall en End unnen wan de Box snieden; se slüört mi reineweg nao..“  „Dann krampel se up“, sagg Tante Drücken kuott af. Se was ratz verdreiht. „Na“, dachte Vader, „dao is nichs to halen. Saß äs nao Libbet gaohen.“ Män dao kem he auk slächt to Passe. So Fraulüde bunt ganz guett, wenn se guett trächt bünd, aowwer wenn et her nich pöss, dann is dor nicks met uptostellen. Libbet was so´n klein rund Trüdelken un was lück giftig wan Natur, wenn se aug in´n Grunne ganz gutthiattig was. Wat iähr nu grade twas kommen was, weet ick nich- dat is bi fraulüde auk fake slächt to weeten- genoog, äs Vader met de Box kem, dao sousen se rüm äs so´n Täckelken.

Dat was Vader to vull. He smeet de Box in de Kamer up´t Bedde, stoppen sein Piepken un gin ahrut.

Libbet die’ dat wanners leed, dat se Vader so vöärn Kopp stoäd hedde. „Will em doch ne Fröude maken“, däch se, kreeg sick ne Schäer un ging in de Kamer. „Ne Handbreet sall wäll genoog wesen.“ Geseggt- gedaohen! In´n Handümdreihen was de Box wier sömt; fix  dat was Libbet alltiet.

Intüssen hadde Tante Drücken dat auk so üöverleggt: „Jau, Vader is doch kinn schuld, dat den Napp ümsmetten is, un de Box is em doch wall voll to lank- ick will em dor gau ne Handbreet afsnieden.“

Äs se de Box in de Hand namm, wünnerde se sick erst un däch bi sick: „Ei, nu kümp se mi eegentlick wall kuott vüör- oawwer Vader hät se doch anprobeert. Nu, he hät en lank Lief un kuotte Beene- män gau en End d´raf!“ Geseggt- gedaohen! Drücken meek nicks half un schnäd dor ordendlick wat aff.

„Wat- Dunner noa maol! Dat is jä dat reiste Kinnerböxken! Na, et is siecker genoog wodden.“

Jau, et was genoog woden. Äs Vader dan annern Nuornen de neie Box antrock, ging se em knapp üöver de Knee, un he stonn dao äs so´n Stork in´n Schloot.

Ick segge:

De Snieders un de Fraulüde, dat is dat Fiägefüer up Erden!

 

De trurige Wiält will mankst en lück upmuntert wäern, un so geiht us dat auk.

Un dorüm is´t nu wull an de Tied, dat ick ju es en lustig Stücksken ut de olle Tied vertäll. Un dat geiht so:

Wat´t nich all giff!

Mamma un öhr leiwe Suohn Antönken ut Albslauh föhrden eenes Dages nao Mönster. Mamma wull sick en nien Schirm kaupen, dat olle Pamplü was öhr kaputt gaohn.

So gongen de beiden tohaup nao Althoff, un Mamma sagg: „Ick wull giärn en Schirm häbben.“ – „Ersten Stock, bitte“, gaff de Ladendeiner trügg.

„Aowatt, gaoht mi to! Met´n Stock kann ick nicks maken, ick will en Schirm kaupen.”

„Kumm, Antönken“, sagg Mamma, „wie gaoht to. De sind jä wull nich wies hier. Wat sall ick met´n Stock maken? Wie willt män erst bi Schlichting en Stück Koken iärten.”

So laipen se wieder un kammen bi Schlichting an.

„Guden Dag, wi willt gärn Koken iärten.“ – „Berliner?“, frogg dat Frollein.

„Nä, wie sind kinne Berliner, wie kuemmt ut Albslauh. Kumm, Antönken, laot us gaohn, de sind alltohaup nich wies in de Stadt!“

Domet tröcken se no´t Kino un köffen sick jeder ´ne Intrittskart. Äs se an dat Platzfrollein vörbi kaimen, sagg de: „Geradeaus!“ – „Wat?“, raip Mamma, „nu häfft wie jüst betahlt, un nu is´t gra ut? Dat is mi ne nette Öwerie! Wat segg ick ? Öwerie? Ne Gemeinhet is´t, dat segg ick! Antönken, faorts föhr wie trügg no Albslauh!“

So kammen se no´n Bahnhoff, un Mamma frogg: „Seggt es, Schaffner, wann föhrt de naigste Zug no Albslauh?“ De Mann keek in sienen Plan un sagg: „Neunzehneinundfünfzig“. -  „Weat, häs du dat haort, Antönken? Niegenteihn-hunnert-een-unfüftig? Dat geiht nich, bes dohen könn wie nich wochten. Anton, dann goh wie te Foot.“

Un se moken sick up´n Patt. Unnerweggens kamm öhr ne bekannte Dame entgiegen, et was so kuort ächter Mönster.

„Na“, sagg de Frau, „wo wollen Sie denn hin?“ – „No Albslauh“ – „Was? Zu Fuß nach Albersloh? Aber nein, das ist doch nicht Ihr Ernst!“ –

Nä, dat is mien Antönken.“

„Sieh an“, sagg de Dame, „das ist Ihr Antönchen. Und den haben Sie so groß gezogen! So ein prächtiger, strammer Junge!“ – „Graut trocken häff wie den nich“, sagg Mamma, „den häff wie eenfach wassen laoten.“ –

„Wie geht es Ihrem Mann?“, frogg de Dame, man hat ihn lange nicht gesehen“. –

„He konn nich ut´n Huse. De Sieggenbuck is krank, he will nicht frieäiten“.

„Ist Ihr Mann denn bald wieder gesund?“ frogg de Dame ganz unschullig.

Dat was usse Mamma toviell, un se trock met Antönken af. Of se würklik in Albslauh ankummen sind, weet ick nich. Dat mür´t Ich äs naofraogen.

Guett gaohn!


Wenn de Hahn to harr kraiht

Josef Uhlenbrock

In `ne mönsterländske Kleinstadt wuehnt acht Famillgen in`n graut Hus tosammen. Jerre Famillg hät`n Eegendumswuehnung un enen kleineren Gaorn.

Jans häöllt en paar Höhner un `nen Hahn. De is en Staotsdier met siene bunten Fiärren; he suorgt bi de Höhner för „Autorität“. Män de Hahn kraiht Nacht för Nacht in Jans sienen Gaorn. Dat Kraihen fäng all üm twee Uhr muorns an un duert gued drei Stunn. De Hahn kraiht so harr, dat de Husbewüehner in`n Slaop stört wäd. En paar Mannslü, we den heelen Dag in`t Büro arbeiten müett, könnt af twee Uhr nachts nich mähr inslaopen. Se sind wahn vernienig, wat man gued verstaohn kann. Düsse Mannslü häbt all en paar Maol astrant met Jans küert un öm upfiörret, de nächtliche „Ruhestörung“ aftostellen. Jans sägg frech un friepöstig: „Ick kann de Hahn dat Kraihen nich verbeiden. I Könnt auk nich verlangen, dat ick mienen Hahn den schönen Kopp afslao. Et steiht niörns schriewen, dat ick kinne Höhner un kinnen Hahn haollen draff. Wenn dat Kraihen muorns to harr is, dann stoppt Ju Watte in de Aohren.

De Naobers gaoht nao de Polsei un wärd upkläört, dat Jans sienen Hahn nachts nich eenfak buten kraihen laoten kann.

De häbbrächte Jans stüert sick an nicks. He wäd anzeigt un krigg enen Straofbefehl iöwer 100 Mark.

Jans wünsk de Naobers, we öm dat andaon häbt, Daud un Düwel. Män de Ordnungsstraof iöwer 100 Mark betahlt he; Jans will sick nich sienen Fernsehapparat pännen laoten. Aower de verwiägene Kärl läött sienen Hahn wieder kraihen. Nacht för Nacht.

Dat wäd de Naoberske Paula nu doch to viell. In ene Nacht steiht se reselveert up, geiht in den Gaorn, wao de Hahn kraiht un dreiht öm aohne Fissematenten den Kopp aff.

Äs Jans an`n annern Muorn dat Malhuer süht, regt he sick so up, dat he Hiättpien krigg un en paar Daag an Hus bliewen mott.

Paule mennt spitzk: „We nich häören kann, mott föhlen!“


100 Mark

von Friedrich Volmer, Vreden-Doemern

Dao was äs ne Pastor, de ha ne Köster, de morgens de Karke losmaken un aobends wwr dichtemaken moch. Denn Köster de kümp dann morgens nao de Karke, dräiht denn schlöttel üm un mäck dann alltiet ´n kott Gebäd. He segg: „Härgott, ick will di äs wat vetellen, doh mi doch äs eenmaol 100 Mark, da´k miene Blagen as´n Stück Fleeß koopen kann“.

Fröhr was dat ja so, Kösters de hadden wennig Geld un ne grooten Tropp Blagen. Etlicke Maole ha he dat nu all seggt un noch noit wat van usse Härgott kreggen. „Annere Lö döhs wall´n Willen“, segg he, „wann de morgen kinne 100 Mark liggt, dann lao di wat haosten, ick fraog de nich mähr nao.“

Kaplaon de satt al in´n Bichtstohl un hadde dat häört, un de geht nao de Pastor un vetellt em dat. „Jao“, segg de Pastor, „is mi wall bekannt. Lao wi em äs 99 Mark up de Kummjonbank leggen, äs kieken, off he tellen kann.“

Annern Morgen kümp denn Köster inne Karke, nemp dat Geld un stopp´t inne Taske, Kaplaon was dat Geld quiet. He nao de Pastor: „Bi´t Schlachten will wi stodeerte Lö denn Köster äs blameern, wi willt äs sehn, well daor ne Bibelspröck weet, wat bi´n Schwien pöß.“

As´t sowiet was, dat Schwien hong an de Lädder, un de Pastor nix infallen woll, segg de Kaplaon: „Er hieb ihm das rechte Ohr ab.“ Un dat Aohr was weg. Dao meld sick de Köster un segg: „Sie nahmen ihn ab, wickelten ihn in leinene Tücher und trugen ihn fort. „Dao wa´n de Häröhms dat Geld quiet un dat Schwien ok.

De Kaplaon däch: „Ick sall di wall kriegen, ick mak di äs bange.“ Un he göng mt´n witt Laken achtern Graffsteeh up´n Karkhoff sitten un woll denn Köster bange maken. At de Köster aobends de Karke toschlotten heff, kümp he an denn Graffsteen vörbi. Daor springt de Kaplaon up un segg: „Ick bün Härgotts Sohn.“ „Kiek äs an,“ segg de Köster, „du kümps mi grade recht, Kumplement an dien Vader un segg em, ick kreeg van em noch ne Mark.“